Infoveranstaltung – No Pasarán

Schon seit Jahren ziehen um den 13. Februar herum tausende Neonazis durch die Straßen Dresdens. Anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung der Stadt wird eine Rekordteilnahme erwartet. Wieder wird von einem „Bombenholocaust“ schwadroniert werden, wieder wird das „deutsche Volk“ als eigentliches Opfer des von Nazideutschland vom Zaun gebrochenen Krieges stilisiert. Dem größten und bedeutendsten Nazievent Europas gilt es sich entgegen zu stellen. Mit Massenblockaden soll der Naziaufmarsch verhindert werden. Die Infoveranstaltung bietet einen Einblick über die Hintergründe des Naziaufmarsches, den aktuellen Stand der Vorbereitungen gegen den Naziaufmarsch und allerhand brauchbare Informationen, damit es am 13. Februar 2010 heißen kann: Sie werden nicht durchkommen – No Pasarán!

Wann: Freitag, 05.02.10 / 20 Uhr
Wo: Ikuwo / Goehtestraße 1

Neonazi-Party in Greifswalder Jugendzentrum

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres fand im Jugendzentrum Klex in Greifswald eine Neonazi-Party mit Teilen der Bands „Tätervolk“ (Mecklenburg-Vorpommern) und „Wiege des Schicksals“ (Label: PC-Records) statt. Yvonne Görs, Mitarbeiterin des Jugendzentrums Klex und Geschäftsführerin des Stadtjugendrings zeigt sich schockiert und gab gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG (Onlineausgabe vom 27.01.2010) an: „Die Veranstaltungsinitiative ProTon hatte den Raum für eine private Party an jemanden vermietet, der seit Jahren bekannt ist.“ Weiter heißt es: „Was wir weder wussten noch ahnten ist, dass jener Mieter zu dieser geschlossenen Veranstaltung zwei rechtsextreme Bands einlud.“

„Es gab hier Zeiten, da hätten die sich hier nie reingetraut“, so eine Besucherin des Klex. Dabei häufen sich vermehrt kritische Stimmen von Seiten einiger Besucher_innen, ProTon distanziere sich selbst nicht genügend von rechten Besucher_innen und deren Ideologie und fördere viel mehr ein Klima im Klex, in dem sich Neonazis nicht unerwünscht fühlen würden. So kam es bereits in der Vergangenheit zu Konzerten mit Bands, die mindestens als rechtsoffen einzustufen oder gar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, wie zum Beispiel mit der norwegischen Band „Haggis“ am 20. Oktober 2006, zum Teil bekleidet mit der rechten Modemarke „Thor Steinar“, und „Bombecks“ aus Thüringen zuletzt am 12. September 2009. „Viele der Booker_innen der Veranstaltungsgruppe ProTon verstehen sich zwar als unpolitisch, veranstalten dennoch unter anderem auch Konzerte mit Bands, deren Texte und Auftreten rassistisch oder xenophob, homophob, nationalistisch oder sexistisch sind. Bisher gab es auch noch keine Distanzierung von Seiten ProTons gegenüber Neonazis, die als Gäste ins Klex kamen“, so Sebastian Schmidt, Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion Greifswald.

„Thor Steinar gegen Rechts“ reloaded?

Was bisher geschah:

Im Jahr 2007 kam es in der Hansestadt Greifswald zu Protesten gegen ein Bekleidungsgeschäft in der Dompassage, das unter anderem auch Artikel der von Rechten betriebenen Modemarke „Thor Steinar“ verkaufte. Im Zuge dessen solidarisierte sich das Bürgerschafts- und Landtagsmitglied Sebastian Ratjen (FDP) mit der Ladenbetreiberin Mandy Constanze Schöndorf. Er rief dazu auf, Kleidungsstücke der besagten Marke in diesem von der Schließung bedrohten Geschäft zu kaufen, um Entlassungen der beiden Mitarbeiter_innen entgegenzuwirken. Des weiteren sprach er sich dafür aus, die Modemarke zu „entmysthifizieren“ und umzudeuten, indem „Farbige, Ausländer, Schwule, Lesben und viele andere Thor Steinar“ tragen sollten. Diese grandiose Idee blieb nicht ungeachtet und so nahmen sich einige Begeisterte dies zum Anlass Ratjen für seine durchdachte, erfolgversprechende Strategie „Thor Steinar gegen Rechts“ zu ehren. So überreichten sie ihm ein „Nazi-Starterset“-Präsentkorb.

nazi-starter-preis-klein

2 1/2 Jahre später:

Den Worten sollten Taten folgen, denn Anfang des Jahres wurden im Rahmen des Chaos Communication Congresses in Berlin sensible Kundendaten der Firma Mediatex GmbH, die „Thor Steinar“ produziert, aus dem Jahr 2008 öffentlich. Darunter befand sich auch die Adresse der Zahnarztpraxis Ratjens, was sich wie ein Lauffeuer in der Greifswalder Bloglandschaft verbreitete. Sofort reagierte Ratjen mit einer Stellungnahme in der Regionalzeitung OZ, in der er bestritt jemals Thor Steinar-Kunde bei der Mediatex GmbH gewesen zu sein. Ebenso wenig könne er sich erklären, wie die Adresse in die Datenbank gelangen konnte. Im Zuge der aktuelle Diskussion um die Marke ließ er, ähnlich wie im Jahr 2007, verlauten: „Vielleicht müsste ich dafür sorgen, dass sich zwei dunkelhäutige Homosexuelle in Thor-Steinar-Kleidung auf dem Marktplatz küssen. Dann trägt kein Neonazi mehr so eine Jacke.“ (Ostsee-Zeitung am 06.01.2010)

Wir freuen uns sehr, dass Ratjen auch noch nach 2 ½ Jahren und umfassender Aufklärungsarbeit zu Thor Steinar so viel Verstand und Mut besitzt, sich trotz seiner Mandate als Bürgerschafts- und Landtagsmitglied für eine rechte Modemarke einzusetzen. Allerdings vermuten wir hinter dieser medienwirksamen Aktion eine Form unlauteren Wettbewerbs, mit der Ratjen offenbar nur ein Ziel verfolgt: Einen noch größeren und prächtigeren Präsentkorb zu ergattern! Wir müssen zugeben, dass seine Chancen auf eben diesen nach dieser Aktion ins Unermessliche gestiegen sind. Herzlichen Glückwunsch schon einmal im Voraus!

Zum Hintergrund:

Thor Steinar ist eine Modemarke der Firma Mediatex GmbH, die von Rechten für Rechte betrieben wird. Teile der Einnahmen aus den verkauften Produkten fließen mit hoher Wahrscheinlichkeit in rechte Strukturen. Noch dazu sind die Kleidungsstücke mit eindeutigen Bezügen zum Zweiten Weltkrieg, zu Kolonialansprüchen, sowie mit gewaltverherrlichenden Motiven bedruckt, die nicht positiv umgedeutet werden können, sondern durch Tragen rechte Botschaften in der Gesellschaft etablieren würden. Es handelt sich dabei also nicht um eine von Rechten vereinnahmte Modemarke, wie etwa „Lonsdale“, was bei Ratjen immer noch nicht angekommen zu sein scheint. Verwunderlich, denn auch im Landtag ist das Tragen Thor Steinars laut Hausordnung untersagt.
Alles in allem fügen sich Worte und Fakten zu einem vollständigen Bild zusammen. Für uns ist es weder überraschend noch unwahrscheinlich, dass Ratjen nach den Äußerungen auch tatsächlich seinen Warenkorb mit Thor Steinar Mode gefüllt haben soll.

Literatur:

Artikel „FDP: mit Thor Steinar gegen Rechts“ vom 13.10.2007 (mit Pressespiegel)
Broschüre „Investigate Thor Steinar

„If The Kids Are United“ abgeblasen!

Das zum 26.12.09 beworbene Oi!-Punk-HC-Fest „If the Kids Are United“ fällt nach Angaben der Organisierenden aus. Auf der eigends dafür eingerichteten Myspace-Seite wird in diesem Zusammenhang angegeben, das Konzert könne aufgrund von Problemen „mit der Lokation“ nicht stattfinden. Aus welchen Gründen es zu diesen kommen konnte, wird aus der Neuigkeit nicht ersichtlich. Angesichts des geplanten Lineups mit unter anderem der mindestens rechtsoffenen Band „Gerbenok“ ist es in jedem Falle begrüßenswert, dass dieses Konzert nicht stattfinden wird. Allerdings wird schon geplant, das Konzert auf Mitte März zu verschieben. Wir fordern daher weiterhin:

Keine Konzerte mit Gerbenok!
Für Konzerte, die die individuelle Entfaltung nicht beschneiden!
Für Konzerte jenseits von Diskriminierungen!

Hier geht´s zum ausführlichen Bericht über Gerbenok und das geplante Konzert.
Auch bei „Oire Szene“, einem Informationsblog über Grauzone- und Rechtsrockbands, findet das geplante und wieder abgesagte Konzert Erwähnung.

Konzerte mit Gerbenok? Nein danke!

Am Samstag, den 26.12.2009, ist es wieder soweit. Bereits zum 4. Mal wird das „If The Kids Are United“ stattfinden. Beworben wird das im Bunker in Greifswald stattfindende Konzert mit dem Zusatz “Love Music Hate Racism“. Eigentlich echt cool, gäbe es nicht ein Problem: Unter anderem soll an diesem Abend die Band „Gerbenok“ spielen.

Gerbenok ist eine sich unpolitisch gebende Oi-Punk-Band aus Sachsen-Anhalt, die sich nach eigenen Angaben im Jahre 2003 „bei einem netten Abend ohne Weiber dafür mit Bier und Gesang“ gründete. In ihren Texten hetzen sie gegen Homosexuelle und Asylsuchende, sowie gegen sich anders kleidende Menschen. Dass sie aufgrund ihrer Texte mindestens als rechtsoffen einzuordnen sind, zeigt sich einmal mehr auch in ihrem übertriebenen Lokalpatriotismus.

Hier ein paar Auszüge aus ihren Songtexten:

[…] Reich und Schwul – so wie’s jeder kennt
Reich und Schwul – das die Rosette brennt
Reich und Schwul – und in den Arsch gefickt
Reich und Schwul – den Puller abgeknickt

[…] Und stellst du einen Bewerber in der Firma ein
Heißt der Eignungstest: A-Loch auf und Schwanz hinein […]
(aus „Reich und Schwul“)

[…] Das sind die neuen Hippies
Sehn sie noch so trendy aus,
Sind sie doch dreckig und verlaust
Hippies müssen raus!

[…] Jeder tanzt den Affentanz, doch sind sie alle Schwul

[…] Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so
Irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo
Mit langem Haar und schöner Bräune stehn sie an der Litfaßsäule
Schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht […]
(aus „Die neuen Hippies“)

[…] Sachsen – Anhalt, du bist mein Land und hier komm ich her
Von der Geburt an schon dir zugewandt,
Steh ich auch heut noch stolz zu dir

[…] Man muss fühlen wo man herkommt, fühlen, dass man in Anhalt lebt
Dann dringt der Stolz bis durch die Marten´s und der Asphalt drunter bebt
Jetzt weißt du wo du bist, sei deinem eignen Lande treu […]
(aus: „Sachsen-Anhalt“)

Auch gibt es personelle Überschneidungen mindestens eines Bandmitgliedes mit der rechten Szene. So hat Christian „Stöbi“ Stöbe in der Kneipe „Skinhouse Menfis“ in Neustadt (Orla) verkehrt, die unter polizeilicher Beobachtung stand, da dort regelmäßig verdeckt Konzerte mit rechten Bands wie „Donnerschlag“, „Faustrecht“ „Endstufe“, sowie Bands aus dem „Blood & Honour“-Spektrum stattfanden. (Sowohl dort, als auch in der „Schwedenschanze“ in Deesbach, einer weiteren Lokalität, die als Treffpunkt für Neonazis Schlagzeilen machte, gaben Gerbenok einige Konzerte.) Auch war Stöbe verantwortlich für das Fanzine „Streetwar“, das Erwähnung im Verfassungsschutzbericht 2005 von Sachsen-Anhalt als „rechtsextremistisches Fanzine“ findet. Zuletzt schrieb er bei dem Zine „Stolz und Stil“, das auch Interviews mit dem mittlerweile verbotenen Netzwerk „Blood & Honour“ nahestehenden Bands abdruckt. Im „Egoist Fanzine“ No. 11 antwortete Stöbe auf die Frage, was in seinem Plattenschrank stehe: „bei mir ist es eher vermischt. Vom Punkrock bis zum Rock against ist vieles dabei…“. Mit „Rock against …“ ist die Neonazikampagne „Rock against Communism“ gemeint, die einen Gegenpol zur antifaschistischen Musikbewegung „Rock against Racism“ darstellen sollte. In einem weiteren Interview in dem rechten Zine „Meinungsfreiheit“ äußert sich Stöbe über den Einfluss einiger Leute zum Thema „political correctness“ innerhalb der Skinheadszene: „Ich glaube die Szene braucht im großen und ganzen irgendwelche Führer. Sie will ja ach sooooo unpolitisch sein und ist noch viel politisierter als ein NSDAP-Anhänger unter Hitlers Führung.“

Wir fragen uns, wie eine Band, die in ihren Textzeilen homophobe, rassistische und nationalistische Aussagen trifft und Kontakte zur rechten Szene pflegt, in eine sich als solidarisch und „unpolitisch“ bezeichnende Szene passt. Angesichts des Mottos „If The Kids Are United“, beworben unter dem Spruch „Love Music Hate Racism“, sollte es auch im Interesse der Veranstaltenden sein, dass Menschen egal mit welchen sexuellen Vorlieben und unabhängig ihrer Herkunft dem Konzert beiwohnen können, ohne derartig menschenverachtende Hasstexte gegen sich oder patriotische Gefühlsduselei hören zu müssen. Daher fordern wir:

Keine Konzerte mit Gerbenok!
Für Konzerte, die die individuelle Entfaltung nicht beschneiden!
Für Konzerte jenseits von Diskriminierungen!

Bericht zur Gedenkveranstaltung

Gestern fand eine vom Bündnis „Schon vergessen“ organisierte Veranstaltung statt, um des ermordeten Eckard Rütz zu gedenken. Dazu kamen mehr als 50 Menschen zu der Gedenktafel am Mensavorplatz, die daran erinnert, dass vor neun Jahren, in der Nacht vom 24. zum 25. November, drei Neonazis den obdachlosen Menschen zunächst verprügelten und dann erschlugen. Ihrer Tat ging ein menschenverachtendes Weltbild voraus, in der ein Mensch wie Eckard Rütz, keinen Platz hat, da er, so einer der Täter während der Gerichtsverhandlung, „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liege“.

Mit andächtiger Musik, einem Gedicht und einer Schweigeminute, in der Kerzen und Blumen niedergelegt wurden, wurde der Rahmen für ein würdiges Gedenken geschaffen. Auch wurde eine Rede des Bündnisses verlesen, die hier zitiert werden soll:

Auch in diesem Jahr wollen wir hier, an dem Ort, an dem vor nun mehr neun Jahren ein obdachloser Mensch erschlagen wurde, dem Opfer dieses Übergriffes, Eckard Rütz, gedenken.
Denn: Das Gedenken, die Erinnerung an den so grausam aus seinem Leben gerissenen Menschen Rütz ist es, die uns mahnend unsere Mitverantwortung gegenüber unseren Mitmenschen vor Augen führt, seinen Namen aus der Versenkung holt und ihm wenigstens an diesem Tag einen Teil seiner Würde zurück gibt.
Eckard Rütz wurde hier in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 von 3 Neonazis zunächst brutal verprügelt und anschließend erschlagen.

Und auch in diesem Jahr denken wir nicht daran zu vergessen oder zu vergeben. Wir vergeben nicht, dass Rütz sterben musste, weil er der erstbeste Mensch war, der nicht in das Weltbild seiner Mörder passte und auch nicht mit welcher Skrupellosigkeit sie gegen ihn vorgingen. Und wir vergessen nicht, mit welcher Kaltblütigkeit sie Rütz zu einem Fremdkörper der Gesellschaft degradierten, um so ihre Tat zu erklären.

Doch es gibt nichts zu erklären, denn er musste sterben, weil er nicht in das menschenverachtende Weltbild der Neonazis passte, in dem es keinen Platz für sozialschwache und hilfsbedürftige Personen, wie Rütz, gibt. Das solche Menschen wie Rütz als Schmarotzer und somit als schädlich für die „gute deutsche Volksgemeinschaft“ gesehen werden und diese Menschen zum Wohle des Volkes „unschädlich“ gemacht werden, ist letztendlich die perverse Konsequenz eines faschistischen Denkens, dem in eben dieser Nacht Eckard Rütz zum Opfer fiel.

Und obwohl das Motiv so simpel, stupide und einfach nach zu vollziehen scheint, setzt sie uns jedes Mal aufs neue der vollkommenden Fassungslosigkeit und Verbitterung aus. Verbitterung deshalb, weil es trotz dieser Tat so wenige gibt, die es interessiert und so viele, die nicht einmal hierher kommen, um zu gedenken. Es ist traurig zu sehen, dass die Aufarbeitung des Vergangenen und die daraus folgende Auseinandersetzung mit rechten Strukturen in unserer Stadt so wenigen am Herzen liegt.

Doch das nicht Vergessen und Vergeben gilt auch der Stadtverwaltung, die immer wieder versuchte die Setzung des Gedenksteines zu verhindern oder hinaus zu zögern, die darum bemüht war die Tat der 3 Neonazis in eine dreier „rechtsgesinnter Jugendlicher“ zu machen und aus Sorge um den Ruf der Stadt den Mord an Eckard Rütz am liebsten in der Vergessenheit untergehen lassen zu wollte.
Es gab nach seiner Ermordung keinen Aufschrei der Anständigen – und auch heute schaltet sich die Stadt oft erst ein, wenn rechtsextreme Straftaten durch die Medien ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Die Reaktionen der Stadtverwaltung scheinen dann wieder als Versuch das Bild der toleranten Stadt zu wahren, eine wirkliche Ergründung der Ursachen von Rechtsextremismus und Möglichkeiten sie zu verändern, bleibt jedoch leider aus. Demgegenüber werden Repressionen gegenüber Antifaschisten und Antifaschistinnen weiter verschärft.

Wir vergessen keine Intoleranz und blinde Wut, die in einem Mord endete. Und wir vergeben keine Ignoranz der Stadt, auch wenn diese die Gedenkkultur in Greifswald wiederspiegelt. Wir werden auch weiterhin allem entgegentreten, was sich gegen das Leben stellt und keinem Neonazi auch nur einen fußbreit in der Gesellschaft bieten, denn das passierte in diesem Land schon zu oft. Und auch jenen, welchen ihr Geld und ihr persönlicher Wohlstand wichtiger ist, als die Unterstützung von Hilfsbedürftigen und ihre gesellschaftliche Verantwortung, müssen sich darauf gefasst machen in Zukunft nicht mehr ungestört agieren zu können…
Denn wer weg sieht oder gar zuguckt, stimmt zu… Doch wir werden nie vergessen!

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Gedenkveranstaltung zum neunten Todestag von Eckard Rütz

Das Bündnis „Schon Vergessen“ lädt alle Unterstützer_innen und Interessierten am Mittwoch, den 25. November ab 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Mensavorplatz ein, um gemeinsam dem vor neun Jahren von Neonazis ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz zu gedenken. Eckard Rütz wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 von drei rechtsextremen Jugendlichen zunächst brutal verprügelt und dann erschlagen, weil er, so einer der Täter, „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liege“.

Die Greifswalder Stadtverwaltung war an einer Aufarbeitung dieses menschenverachtenden Mordes kaum interessiert, obwohl es sich um den zweiten getöteten Obdachlosen innerhalb eines Jahres (im Juni 2000 wurde bereits Klaus-Dieter Gerecke erschlagen) in der Universitätsstadt handelte. Und so erinnerte sieben Jahre lang nichts am Tatort an Eckard Rütz und die Hintergründe seines Todes. Er wurde aus dem kollektiven Gedächnis der Stadt gestrichen.

Durch das Bündnis „Schon Vergessen“ wurde im Jahr 2007 ein Gedenkstein gesetzt und so ein Ort der Erinnerung geschaffen, an dem auch in diesem Jahr gemeinsam Eckard Rütz gedacht werden soll. Denn die Morde an Eckard Rütz und Klaus-Dieter Gerecke dürfen nicht in Vergessenheit geraten und bleiben nur durch eine aktive und kritische Gedenkkultur im Gedächtnis der Stadt erhalten.

Wann: 25. November 17 Uhr
Wo: Mensavorplatz

Kein Tag zum Feiern!

Eines wurde über die glanzvollen Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, einem wunderbaren Anlass mal wieder den Nationalstolz in vollen Zügen auszuleben, in vielen Medien fast vollkommen ausgeblendet: An diesem Tag jährte sich ein weiteres historisches Ereignis, welches nur allzu gerne in den Hintergrund gedrängt wird. 71 Jahre ist es her, dass sich in ganz Nazideutschland der rassistische und gesetzlich verankerte Antisemitismus derart zuspitzte, dass überall die Synagogen brannten, Wohnungen zerstört und Jüdinnen und Juden und solche, die basierend auf der sogenannten „Rassenlehre“ als „Nicht-Arier“ galten, gedemütigt, misshandelt und getötet wurden.

Die Novemberpogrome 1938, die den Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen in ganz Europa darstellen, dürfen nicht in Vergessenheit geraten! Deshalb fand auch in diesem Jahr, am Montag dem 9. November, eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Shoa statt, zu der der „Arbeitskreis Kirche und Judentum der pommerschen evangelischen Kirche“ aufgerufen hatte. Um die 70 Personen fanden sich vor der Tafel zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde von Greifswald in der Mühlenstraße ein, um an die Novemberpogrome und das Leid der Opfer des Nazi-Terrors zu erinnern. Vertreter_innen der Stadt fehlten, wie nicht anders zu erwarten, auf der Gedenkveranstaltung gänzlich. Auch die Zahl der Studierenden hielt sich in Grenzen. (mehr…)

Potentiell Verdächtig!

Am 14. November 2009 findet um 14 Uhr in Rostock (Treffpunkt: Hbf Nord) eine Demo für die Abschaffung politischer Repressionen gegen linke Strukturen und Aktivitäten statt. Sie thematisiert unter anderem Maßnahmen von Polizei und Justiz, die im Zusammenhang mit den Anti-NATO-Protesten in Strasbourg im April 2009 durchgeführt wurden und von denen eine Reihe von Rostocker Aktivist_innen betroffen sind.

Repression für alle!
Machen sie mit, schweigen sie jetzt?
Potenziell verdächtig?!


Mobilmachung nach Stralsund

Am 24.10.2009 will die NPD zusammen mit freien Kameradschaften und Autonomen Nationalisten einen Trauermarsch in Stralsund durchführen. Anlass ist der Bombenangriff von den Alliierten am 6. Oktober 1944. Es werden 300 Nazis erwartet! Die Antifa Stralsund hat hierzu eine Gegendemonstration angemeldet. Treff ist um 10:00 Uhr am Stralsunder Hauptbahnhof. (www.naziaufmarsch-verhindern.tk)

Hier noch ein weiterer Aufruf mit mehr Informationen.

Zur Nazidemo und den Gegenaktionen wird es am Donnerstag, den 22.10.09 um 19:00 Uhr im IkuWo eine Infoveranstaltung geben.