Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen „Al-Quds-Tages“, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt. In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten.
Samstag, 04. September // 12:00 // Nollendorfplatz – Demonstration „Solidarität mit Israel – Gegen Islamismus und Antisemitismus“
Samstag, 04. September // 14:00 // Joachimstaler Platz – Kundgebung „Solidarität mit Israel und der iranischen Freiheitsbewegung!“
Hier der ganze Aufruf:

Es folgt der Aufruf des Bündnisses „NS-Verherrlichung stoppen“:
NS-Verherrlichung stoppen!
No pasaran! Bad Nenndorf 14.08.2010
Auch diesen August wollen wieder hunderte Neonazis aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ihren „Gedenk“- Marsch in Bad Nenndorf abhalten. Ihrer Darstellung nach trauern sie um die Menschen, die während ihrer Inhaftierung im Winklerbad verstorben sind. Das Winklerbad war nach dem 2. Weltkrieg Verhörlager der britischen Armee, in dem u. a. Oswald Pohl, SS-General und Leiter des SS- Wirtschafts- & Verwaltungshauptamtes und somit zuständig für die Konzentrationslager inhaftiert war. In Wahrheit geht es ihnen aber nur darum, die Geschichte zu ihren Gunsten um zu deuten. Aus deutschen Tätern sollen Opfer „alliierter Gewaltherrschaft“ werden. Die Teilnehmerzahlen an diesem Aufmarsch steigen von Jahr zu Jahr. Es ist der größte Aufmarsch Norddeutschlands und der drittgrößte in der BRD. (mehr…)
Dieser Tage lacht nicht nur die Sonne; nein, auch jeder Mensch mit antinationalem Anspruch hat ein Lächeln auf den Lippen – endlich ist sie vorbei, die Fußball-Weltmeisterschft 2010.
So langsam schwindet bei den meisten Geifswalder_innen das Bedürfnis, anderen Menschen zu jeder Gelegenheit, ungewollt oder gewollt, schwarz-rot-goldene Fahne ins Gesicht zu halten – die Fahnen eben jenes Staates, der nicht nur im historischen Kontext für massives Leid, Unterdrückung und Ausgrenzung steht.
Von kultureller Vielfalt war in den vergangenen Wochen ebenfalls nicht viel zu spüren; meist blieb der Marktplatz bei Spielen ohne Beteiligung der deutschen Mannschaft auffallend leer.
Das Public Viewing schien sowieso, wie auch in den Jahren zuvor, eher der Ort zu sein, an dem mensch im Kollektiv das wieder neu entdeckte Nationalgefühl zelebrierte und den Stolz auf die „eigene“ Nation zum Ausdruck brachte. Pünktlich zu jedem Spiel der „deutschen Jungs“ entstand obendrein eine „Wohlfühloase“ für Faschist_innen und Nationalist_innen auf dem gesamten Marktplatz. Nicht selten suchten Fans, die mit einer anderen Mannschaft als der deutschen sympathisierten, beim Anblick des deutschen Mobs das Weite.
Dies ist jedoch auch kaum verwunderlich bei einer Veranstaltung, in deren Verlauf die Reichs-Kriegsfahne unbehelligt geschwungen werden kann – abermals kein Einzelfall.
Auch die Bullen leisteten ihren Beitrag zum gelungenen Abend, indem sie lieber Radfahrer_innen anhielten und Strafgelder verhängten, statt sich um die betrunkenen Deutschlandbratzen zu kümmern, die randalierend und gröhlend durch die Innenstadt zogen. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren veranlassten uns dazu, ein kritisches Fan-Zine über diesen Spuk zu publizieren. Von dem Reader „KICK IT“ wurden in den letzten Wochen mehrere hundert Exemplare verteilt. Dieser ist auch weiterhin auf unserer Seite als pdf verfügbar.
Darüber hinaus wurde sich in diesem Jahr noch reger am „Capture the flag“-Spiel beteiligt. Frei nach dem Motto „der Dreck muss weg“ wurde das Stadtbild von so manchem Accessoire der nationalen Einheitsbeflaggung erleichtert.
Trotz dessen: Die WM ist zwar vorbei, doch Deutschtümelei und Nationalismus müssen auch außerhalb solcher Großereignisse bekämpft werden!

Wider den Anklamer Zuständen!
Anklam, das „Tor zur Sonneninsel Usedom“. Eine Kleinstadt in Ostvorpommern, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat. Von den einst 20.000 Einwohner_innen sind 7.000 inzwischen weggezogen. Der Status als Kreisstadt geht ebenfalls in Bälde Flöten. Dieser Trend ist repräsentativ für viele Orte in der Region und eigentlich gäbe es keinen Grund sich weiter mit der Sache zu beschäftigen, wären da nicht die Nazis.
Die äußerst vitale Neonaziszene der Stadt ist das prägende Merkmal, für das Anklam zu Recht bundesweite Bekanntheit genießt. An ihr lässt sich nicht nur der derzeitige Zustand der Neonazi-Bewegung, sondern auch noch sämtliche Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre exemplarisch ablesen – und das stellvertretend für den gesamten Landkreis.
Ein Landgasthof in Klein Bünzow, einem winzigen Vorort Anklams, manifestierte sich in den 90er Jahren zu einem überregionalen Treffpunkt der damaligen rechtsradikalen Skinheadszene und bot vielen Jugendlichen, genau die Wochenendabwechslung, nach der junge Nazis zu der Zeit verlangten. Rechtsrockkonzerte, Liederabende und Kameradschaftstreffen – regelmäßig wiederkehrende Kulminationspunkte einer rechten Lebenswelt, die auf einem Männlichkeitskult, auf Ausgrenzung und die Diskriminierung anderer aufbaut.
Diese frühen Jahre der Szene in Anklam und Umgebung schufen die Basis für die beispiellose Verankerung der Naziszene im Alltagsleben, für die Anklam auch heute noch berüchtigt ist. In Anklam existiert mit dem New Dawn nicht zufällig der dienstälteste Naziladen des gesamten Bundeslandes. Hier herrscht eine obskure Mischung aus blinder gesellschaftlicher Akzeptanz und leichtfertiger bürgerlicher Toleranz, die es über etliche Jahre hinweg ermöglichte so einen Laden zu betreiben und die braunen Propaganda-Produkte nicht nur an die jungen Glatzen von damals, sondern auch an die erwachsen gewordenen überzeugten Neonazis von heute zu verkaufen. Ein idealer Nährboden für die braunen Jungs & Mädels, in denen es ihnen leicht fällt sich zu organisieren, ob im Kameradschaftsbund Anklam (KBA) oder in der NPD – wer sich hier in rechtsradikalen Gruppen wie diesen engagiert, braucht keine Kritik zu fürchten wie andernorts.
So ist es auch nicht verwunderlich das Anklam zu den Trendsettern in der Szene zählt. Während das Gros der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern erst zur vergangenen Kommunalwahl im letzten Jahr den Rechtsruck vollzog und ihre NPD-Funktionäre in die Gemeinde- und Stadtvertretungen wählte, so geschah dies in Anklam alles bereits eine Legislaturperiode früher. 2004, als auf Landesebene noch kaum jemand das gruselige Szenario einer möglichen NPD-Fraktion im Landtag für realistisch hielt, liess sich heute Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski bereits in die Anklamer Stadtvertretung und den Kreistag von Ostvorpommern wählen. Der Wahlerfolg von damals war bereits der erste Ertrag einer kontinuierlichen Aufbauarbeit, die hier seit 20 Jahren betrieben wird und die solch kleine Gemeinden wie Anklam erst attraktiv für bundesweit agierende Neonazi-Kader wie Andrejewski machen.
Für den 31. Juli planten die Nazi-Aktivist_innen wiederum ein Stück braune Idylle zu inszenieren. Die NPD wollte mit einem Kinderfest, wie es in Stralsund oder Doberan schon häufiger stattfand, die Erlebniswelt für die Familien ihrer Aktivist_innen, aber auch für die ihrer Sympathisant_innen und etwaigen Unentschlossenen, um ein Stück erweitern. Doch erfreulicher Weise trat hier eine Irritation ein, mit der die Nazis von Anklam schon lange nicht mehr gerechnet hätten. Ihr Event wurde verboten.
Nun steht der Stadt das bevor, was andere Städte mit erniedrigender Regelmäßigkeit über sich ergehen lassen müssen. Ein Naziaufmarsch. Angekündigt als unverhohlene Drohung, wenn schon nicht ihr „Kinderfest“ stattfinden dürfe, dann solle der Rest der Stadt schon sehen, wie sie mit dem braunen Spuk fertig werden. Für uns ist das ein willkommener Anlass Anklam wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Wir wollen darauf aufmerksam machen. Diese Stadt hat kein Problem mit Nazis – aber wir. Wir wollen zeigen, das schweigende Provinzen wie Ostvorpommern nicht nur zu einem bewährten Rückzugsraum für Neonazis geworden sind, sondern auch sämtlichen Vorstellungen eines gut eingerichteten Gemeinwesens widersprechen! Die Verhältnisse in Anklam sind beschämend und der Trend, die schlechten Schlagzeilen in der Presse und die bundesweite Aufmerksamkeit für Anklams Naziproblem einfach auszusitzen, darf nicht unwidersprochen bleiben.
Demonstriert mit uns am 31. Juli in Anklam und zeigt den Nazis, das sie auch hier in der finstersten Provinz keine sichere Homezone haben!
Enough is Enough – Wider den Anklamer Zuständen
Mobiveranstaltung : 16.07.10 Peter-Weiss-Haus 20 Uhr (pünktlich!)
Via
Herausgabe eines kritischen Zine zur Fußball-WM von der Antifaschistischen Aktion Greifswald.
Die Fußballweltmeisterschaft läuft. Schwarz-rot-gelbe Accessoires schmücken Autos, Balkone und Gesichter. Jede_r echte Deutsche ist jetzt wieder Fussballfan und stolz auf unsere Fussballnationalmannschaft.
Wir haben keinen Bock auf das Abgefeiere der Nation. Deutschland ist für uns kein Grund zum Jubeln!
Um diesem Nationalismus etwas entgegenzusetzen haben wir die Initiative ergriffen und ein kritisches Zine zur Fußballweltmeisterschaft verfasst.
Dieses Zine befasst sich kritisch mit dem nationalistischen Fußballkult und weiteren Problemen und Gefahren rund um den Fußball. Wir wollen dem Deutschlandhype entkommen und fordern:
Keinen Fußball der Nation, dem Rassismus und dem Sexismus!
Hier die pdf datei:
kick it-kritisches Zine zur Fussball-WM
Zwei Jahre lang war Ruhe von nervigen Fussballgroßereignissen, die nicht selten von rassistischen und nationalistischen Übergriffen, sowie einer Flut an Schwarz-Rot-Gold an jeder Ecke begleitet wurden, doch nun ist es wieder soweit. Spätestens seit Freitag Abend ist der Spuk in vollem Gange. Die Fussballweltmeisterschaft in Südafrika hat angefangen und hierzulande ist sich anscheinend niemand zu schade die deutsche Nationalmannschaft tatkräftig zu unterstützen, als gebe es keine sinnvolleren Freizeitbeschäftigungen. Wer das Spiel nicht mitspielt und Kritik äußert, ist gleich ein_e Spielverderber_in. Uns ist das egal und wir rufen alle Leute dazu auf diesem Unsinn etwas entgegen zu setzen und am Capture the Flag-Spiel teilzunehmen. Die Spielregeln sind ziemlich simpel, alles was die Farben Schwarz-Rot-Gold trägt, bringt Punkte und ihr müsst es nur irgendwie (außer kaufen) an euch bringen. Am Ende könnt ihr zum Beispiel schöne schwarz-rote Girlanden basteln oder ein Feuer machen. Spielen könnt ihr wahlweise im Team oder alleine.
Hier noch die Punkteliste:
Auto-Flagge: 1 Punkt
kleine Flagge (bis 50 cm Länge): 1 Punkt
mittlere Flagge (bis 1 m Länge): 5 Punkte
große Flagge (ab 1 m Länge): 5 Punkte pro Meter Länge
Außenspiegelüberzug: 1 Punkt
Tröte: 2 Punkte
Trillerpfeife: 2 Punkte
Fußball: 5 Punkte
Schlüsselband: 2 Punkte
Schal: 3 Punkte
„Schwarz-Rot-Gold“ Perücke: 5 Punkte
Trikot: 15 Punkte
Ergänzung der Liste um weitere Gegenstände ist erwünscht.
Wir wünschen der Deutschen Mannschaft ein schnelles Vorrundenaus und euch viel Spaß beim Spielen.
Schickt uns Bilder eurer Sammlung oder was ihr sonst noch Kreatives mit den Fahnen anstellt an: aag(at)systemausfall.org
Am 25.Mai 2000 wurde Dieter Eich von vier Neonazis in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Buch ermordet. Die jungen Neonazis sagten später vor Gericht aus, dass sie den 60-Jährigen Sozialhilfeempfänger umgebracht hätten, weil sie einen „Assi klatschen“ wollten.
Am 23.Mai 2010 wird es anlässlich des 10.Todestages von Dieter Eich eine Gedenkdemonstration geben. Die Demonstration soll die Erinnerung an Morde an Menschen, die aufgrund ihrer, von der Gesellschaft geschuldeten, Abseitsposition sterben mussten, hier explizit Dieter Eich, wach halten und ein Zeichen gegen Neonazis und ihre menschenverachtende Ideologie setzten, sowie die kapitalistische Verwertungslogik in unserer Gesellschaft, welche zu sozialer Ausgrenzung führt, kritisieren.
Im Jahr 2000 wurden auch Klaus-Dieter Gericke und Eckart Rütz von Neonazis in Greifswald ermordet, nur weil sie nicht in das Weltbild der Täter_innen passten. In Greifswald wird es wie schon in den vergangenen Jahren durch das Bündnis „Schon Vergessen“ im November zu Veranstaltungen im großen öffentlichkeitswirksamen Rahmen kommen, damit die Opfer neonazistischer Gewalt niemals in Vergessenheit geraten und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt wird.
23. Mai 2010, Berlin
Demo: 14.00 Uhr, S-Bhf. Buch
25.Mai 2010, Berlin
Gedenken am Wohnhaus von Dieter Eich
Treffpunkt: 17.30 Uhr, S-Bhf. Buch
Kranzniederlegung: 18.00 Uhr, Walter-Friedrich-Straße 52
Weitere Informationen: Niemand ist vergessen!
Am 8. Mai 1945, an dem Tag, an dem die Deutschen bedingungslos kapitulierten, nahm das menschenverachtendste Regime der Geschichte endlich ein Ende. Der Nationalsozialismus, der einen Bruch mit der Zivilisation darstellte und in seiner Einzigartigkeit mit keinem anderen Geschichtsereignis verglichen werden kann, bedeutete für über 40 Millionen Menschen der Tod. Daher haben heute um die 50 Menschen in Greifswald denen gedankt, die dieses Leid vor 65 Jahren beendeten und die Deutschen besiegten und derer gedacht, die während ihres Kampfes den Tod fanden oder unter der Diktatur der Deutschen litten oder gar starben. (mehr…)
Am 1 Mai wollen NPD und Freie Kameradschaften unter dem Motto „Freiheit statt BRD“ durch Rostocks Neubauviertel marschieren. Dem gilt es entschlossen entgegen zu treten. (mehr…)
Mit viel Bass, Glitzer und jeder Menge Spaß gings letzten Freitag, am 9. April, los mit den zweiten Tu Wat! Veranstaltungswochen. Auf der Start-up-Partey dancten die Leute zu den Beats von Supershirt und den DJanes Shiney Shimmies. Nebenbei gab es für alle Gäste die Möglichkeit sich am Stand des Infoladens Zeitraffer über politische Themen zu informieren oder mit dem Genuss eines Soli-Sandwiches das Konto für „Zivilcourage gegen Rechts“ der Roten Hilfe zu unterstützen. (mehr…)