Gedenkminute für Klaus-Dieter Gerecke

Heute, vor genau acht Jahren wurde in der Gützkowerstraße in Greifswald der Obdachlose Klaus-Dieter Gerecke von drei neonazistischen Jugendlichen auf offenener Straße bestialisch ermordet. Heute erinnert an ihn und die grausame Tat nur noch ein Gedenkstein.

Einzig lokale Antifaschist_innen kamen zusammen, um Klaus-Dieter Gerecke in einer Schweigeminute zu gedenken und die Tat dem Vergessen zu entreißen.

„Und wo warst du?“

Die Stadt und das kollektive Gedächnis derer, die sich selbst als Zivilgesellschaft hochstilisieren, haben die Mordnacht, das neonazistische Motiv und das Opfer vergessen und verdrängt. Was bleibt ist die Ohnmacht einzelner Menschen, die dies nicht akzeptieren. Versuche der Stadtverwaltung und mit ihr voran Frau Dembski vom Präventionsrat der Hansestadt noch im November letzten Jahres die antifaschistische Kampagne „Schon Vergessen?“ für sich instrumentalisieren und so sich den Ruf der magellosen Stadt zu erhalten, sind nun mehr als gescheitert. Die Greifswalder Zivilgesellschaft vermag es nicht, aus eigenem Antrieb heraus, über sich selbst zu reflektieren und die Greifswalder Gedenkpolitik kritisch zu betrachten. Da nützt es nichts Bürgerkonferenzen und Aktionspläne „gegen Rechts“ zu initieren, wenn nicht einmal der Opfer neonazistischer Gewalt gedacht wird.

Der Greifswalder Liedermacher Thomas Putensen hat in Gedenken an Klaus-Dieter Gerecke im Jahr 2002 die Oper „Die Kotzbrocken“ geschrieben, aus der das folgende Lied „Klaus“ stammt.