Protest für den Erhalt linker Freiräume

„We love Median“, „Median bleibt“ und „Freiräume bedingungslos erhalten“ waren nur einige der Sprüche, die überraschte Passant_innen am 16. September vor dem Rathaus auf den zahlreichen Plakaten und Transparenten lesen konnten. Mehr als zweihundert junge Menschen hatten sich versammelt, um an der öffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses teilzunehmen, denn dort sollte über die Förderung des Awiro e.V. (Alternatives Wohnen in Rostock) beraten werden. In den Räumen des Awiro befindet sich das Cafe Median, der Infoladen „Flüstern und Schreien“, sowie mehrere Werkstätten und ein Bandproberaum. Da das Jugendamt, aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt Rostock, die Förderung einstellen wollte, drohte dem Projekt das Aus. Die öffentliche Sitzung konnte nur verspätet beginnen, da der Raum hoffnungslos überfüllt war. Im Angesicht der jungen Demonstrant_innen entschloss sich der Ausschuss fast einstimmig zur weiteren Förderung des Projektes. Hierbei muss jedoch betont werden, dass sich die städtische Förderung nur auf das laufende Jahr bezieht und der Awiro im nächsten Jahr wohl vor dem gleichen Problem stehen wird. Denn der beliebte linke Anlaufpunkt in der Rostocker KTV, der einen wichtigen antifaschistischen Gegenpol zum Naziladen und dem NPD-Büro bildet, ist einigen lokalen Politiker_innen nicht nur wegen der „lockeren Buchführung“ ein Dorn im Auge.
Nichtsdestotrotz ist nicht nur der Ausgang des Tages positiv zu bewerten, sondern auch die Tatsache dass spontan mehrere hundert Menschen für den Erhalt linker Freiräume auf die Straße gegangen sind. Mehr Infos zum Awiro