Bericht zum Bildungsstreik in Greifswald

Am 17. Juni fanden sich Studierende, Schüler_innen und Interessierte gemeinsam zu einer Demo im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks an der Greifswalder Universitätsbibliothek ein. Nachdem das Studierendenparlament der Greifswalder Studierendenschaft eine Mobilisierung zum Aktionstag verweigerte, hatten sich relativ kurzfristig verschiedene Einzelpersonen und Gruppen, von Jusos und Grünen bis hin zu Linksradikalen, zusammengefunden, um eine Demo zu organisieren. Zu dieser kamen mehrere hundert; die Veranstalter_innen sprachen von 400, die Ostseezeitung von 600; Demonstrierende zusammen und zogen gemeinsam von der Bibliothek über die Anklamer Straße und die Europakreuzung bis zum Hauptgebäude der Uni.

Die Forderungen, die in den Redebeiträgen artikuliert wurden, verblieben, dem breiten Bündnis entsprechend, vergleichsweise moderat: Gegen jede Art von Studiengebühren, für mehr Freiheit in Schule und Studium und für eine bessere Raum- und Personalsituation.

Aus unserer Perspektive sind diese Forderungen sinnvolle erste Schritte, um die Lernsituation zu verbessern. Die Probleme, die diesen Forderungen zugrunde liegen, die Orientierung des Bildungssystems an Kriterien der Verwertbarkeit und finanziellen Effizienz, aber lassen sich nicht lösen, wenn nur innerhalb des Bildungssystems gedacht wird. Sie sind gesamtgesellschaftlich bestimmt. Eine Bildung, die frei von sozialer Selektion und Verwertungszwängen ist, ist nur in ganz anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen möglich.