Neonazi-Party in Greifswalder Jugendzentrum

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres fand im Jugendzentrum Klex in Greifswald eine Neonazi-Party mit Teilen der Bands „Tätervolk“ (Mecklenburg-Vorpommern) und „Wiege des Schicksals“ (Label: PC-Records) statt. Yvonne Görs, Mitarbeiterin des Jugendzentrums Klex und Geschäftsführerin des Stadtjugendrings zeigt sich schockiert und gab gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG (Onlineausgabe vom 27.01.2010) an: „Die Veranstaltungsinitiative ProTon hatte den Raum für eine private Party an jemanden vermietet, der seit Jahren bekannt ist.“ Weiter heißt es: „Was wir weder wussten noch ahnten ist, dass jener Mieter zu dieser geschlossenen Veranstaltung zwei rechtsextreme Bands einlud.“

„Es gab hier Zeiten, da hätten die sich hier nie reingetraut“, so eine Besucherin des Klex. Dabei häufen sich vermehrt kritische Stimmen von Seiten einiger Besucher_innen, ProTon distanziere sich selbst nicht genügend von rechten Besucher_innen und deren Ideologie und fördere viel mehr ein Klima im Klex, in dem sich Neonazis nicht unerwünscht fühlen würden. So kam es bereits in der Vergangenheit zu Konzerten mit Bands, die mindestens als rechtsoffen einzustufen oder gar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, wie zum Beispiel mit der norwegischen Band „Haggis“ am 20. Oktober 2006, zum Teil bekleidet mit der rechten Modemarke „Thor Steinar“, und „Bombecks“ aus Thüringen zuletzt am 12. September 2009. „Viele der Booker_innen der Veranstaltungsgruppe ProTon verstehen sich zwar als unpolitisch, veranstalten dennoch unter anderem auch Konzerte mit Bands, deren Texte und Auftreten rassistisch oder xenophob, homophob, nationalistisch oder sexistisch sind. Bisher gab es auch noch keine Distanzierung von Seiten ProTons gegenüber Neonazis, die als Gäste ins Klex kamen“, so Sebastian Schmidt, Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion Greifswald.