Tu Wat! 2.0 – Auf geht’s!!

Mit viel Bass, Glitzer und jeder Menge Spaß gings letzten Freitag, am 9. April, los mit den zweiten Tu Wat! Veranstaltungswochen. Auf der Start-up-Partey dancten die Leute zu den Beats von Supershirt und den DJanes Shiney Shimmies. Nebenbei gab es für alle Gäste die Möglichkeit sich am Stand des Infoladens Zeitraffer über politische Themen zu informieren oder mit dem Genuss eines Soli-Sandwiches das Konto für „Zivilcourage gegen Rechts“ der Roten Hilfe zu unterstützen.
Bei der „Überraschungsveranstaltung“, die am Sonntag stattfand, wurde ein bewegender Film über die Geschlechtererziehung im Kindesalter vorgeführt. Sowohl im Film als auch in der sich anschließenden Diskussion wurde klar, dass unsere heteronormative Gesellschaft keinen Raum lässt für Individualität und scheinbar abweichende Vorlieben. Das Denken in den Kategorien männlich und weiblich impliziert nicht nur ein biologisches Geschlecht sondern eben auch soziale Verhaltensweisen, erwartete Rollenmuster und sexuelles Begehren. Jede Abweichung von dieser Norm wird in vielen Fällen gesellschaftlich geächtet und sanktioniert, sei es durch Ausgrenzung der betreffenden Personen oder auch direkte tätliche Angriffe. Jeder und Jede muss bei sich selbst beginnen dieses dichotome „entweder-oder“- Denken abzulegen und den Menschen nicht nach seinem vermeintlichen Geschlecht sondern als einzigartige Person zu betrachten. Deshalb: KILL YOUR GENDER & FUCK SEXISM!!
Am Dienstag, dem 11. April, fand der Vortrag „Wir sind alle 129a!“, organisiert von der Roten Hilfe, statt. Dargestellt wurde die Geschichte des Gesinnungsparagraphen 129, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, sowie seiner Nachfolger §§129a und b. Hauptsächlich dienen diese Paragraphen dazu repressive Maßnahmen gegen vermeintliche „Terrorist_innen“ zu rechtfertigen. Legitimiert werden so unter anderem das Abhören von Telefonaten, Hausdurchsuchungen und Observationen von Personen und Wohnungen, ohne dass eine konkrete Straftat zugrunde liegen muss. Meist geht es also nicht um konkrete Einzeltaten sondern vielmehr um politische Gesinnung sowie die Aufdeckung von Gruppenstrukturen. Welche absurden Züge diese Kriminalisierung vorwiegend linker Gruppierungen annehmen kann, zeigte ein abschließender Film über die Verdächtigung der Antifa (M) aus Göttingen eine „terroristische Vereinigung“ zu sein. Während der Ermittlungen wurden unter anderem über 14.000 Telefonate abgehört, deren Inhalte zusammen mit anderem sinnlosen „Beweismaterial“ etliche Aktenordner füllen. Die politische Verfolgung und Kriminalisierung unliebsamer, vorwiegend linker Gruppierungen hat eine lange Tradition und dient vor allem dazu politisch aktive Menschen zu überwachen und einzuschüchtern. Macht weiter und Solidarisiert euch mit den Betroffenen!
Am Donnerstag geht es weiter mit einem Vortrag der „North East Antifascists“.
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