Pressemitteilung: Erneut Neonazi-Sprühereien in Greifswald

Am vergangenen Wochenende sprühten Unbekannte erneut Neonazi-Parolen in Greifswald.
Bereits in den vergangenen Monaten ließen sich vermehrt neonazistische Schriften im Greifswalder Stadtbild erkennen. Die Antifaschistische Aktion Greifswald warnt vor dem Anstieg neonazistischer Aktivitäten in der Hansestadt.

Eine Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Greifswald

Gerade wurden neonazistische Sprühereien in der Unterführung am Bahnhof „Greifswald Süd“ überstrichen, so nutzten Unbekannte am Wochenende erneut die „weiße Leinwand“ um ihrer menschenverachtenden Ideologie Ausdruck zu verleihen. Neben mehreren Hakenkreuzen und Sieg-Runen schrieben sie unter anderem „Hitler wir brauchen dich“, „Juden vergasen“, „Heil Hitler“, „Holocaust“, „Greifswald bleibt deutsch“, „Kommunisten töten“, „Ausländer raus“, „88„ und den Namen der Internetseite der sogenannten „Nationalen Sozialisten Greifswald“, einer neonazistischen Gruppierung aus Greifswald, die seit einiger Zeit ihre menschenverachtende Ideologie mit eigenem Namen und eigener Internetseite vertritt und sogar mit Gruppen-Transparenten an Neonazi-Aufmärschen teilnimmt.

Solche Vorfälle sind keine Einzelfälle. „In diesem Jahr gab es Zeiträume, in denen wir fast wöchentlich neue Neonazi-Schmiereien in Greifswald verzeichnen konnten.“, so Sebastian Schmidt, Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion Greifswald.

So zum Beispiel im April, in dem mit Parolen wie „1. Mai seit ´33 arbeitsfrei!“und Plakaten Bezug auf eine Neonazi-Demonatration am 1. Mai genommen wurde.
Anfang August schrieben unbekannte TäterInnen die an den Nationalsozialismus angelehnte Parole „Nationaler Sozialismus Jetzt!“ an die Rubenow-Brücke. In der selben Nacht wurde auch in der Nähe der Mensa am Schießwall in großen Buchstaben „Good Night Left Side“ geschrieben. Ihr rassistisches Weltbild offenbarten Unbekannte auch, als sie mehreren bereits existierenden Sprühereien eines unbekannten Sprayers mit dem Pseudonym „Race“ ein „war“ anfügten, übersetzt „Rassenkrieg“.
Eine Woche später schrieben Unbekannte an eine Hauswand in einer Gasse, die die Lange Reihe und die Bleichstraße verbindet, die Parolen „Ausländer raus!“, „Nationaler Sozialismus!“, „NSDAP“ und „Frei Sozial National“.

Erst kürzlich sorgten riesige Sprühereien an der Mensa am Schießwall und in der Domstraße für großes Aufsehen. Zum Semesterstart forderten Unbekannte angehende Studierende dazu auf, sich der Neonazi-Bewegung anzuschließen. Daneben schrieben sie wieder die Internetseite der „Nationalen Sozialisten Greifswald“. Nachdem die Sprühereien entfernt wurden, stand dort ein paar Tage später erneut „Zur Bewegung, Ersti!“, der Name der Internetseite und „Freiheit statt BRD“. An der Wand eines Toilettenhäuschens in unmittelbare Nähe wurde außerdem in großen Buchstaben „NS Hochschulgruppe Greifswald!!“ gesprüht. „In der Vergangenheit konnten wir Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Greifswald“ dabei beobachten, wie sie ihre Parolen an Wände schrieben. Da diese sich mit den zahlreichen Sprühereien der vergangenen Monate im Schriftbild und der Farbe gleichen, gehen wir von den selben TäterInnen aus. Dafür spricht auch, dass immer häufiger die Internetseite der Gruppierung gesprüht wird.“, so Schmidt.

„Glücklicherweise wurde die Unterführung am Bahnhof „Greifswald Süd“ am Montag sofort wieder gestrichen. Leider stören sich immernoch viel zu wenige daran, wenn Neonazis ihre Parolen an Häuserwände sprühen. Dabei lässt sich, wie die vergangenen Monate zeigen, eindeutig ein Ansteigen neonazistischer Aktivitäten in Greifwald feststellen.“, so Schmidt. Weiter betont er: „Wir fordern die Bürger und Bürgerinnen Greifswalds auf, sich mit dem offensichtlichen Problem Neonazis auseinander zu setzen und gegen neonazistische Umtriebe aktiv zu werden!“