Archiv für Juni 2011

Solisponti in Rostock nach Naziangriffen in Berlin

via indymedia

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Nachdem von Neonazis in Berlin in der Nacht zum Montag mehrere Brandanschläge auf verschiedene linke Einrichtungen verübt worden sind, versammelten sich in der Hansestadt etwa 120 Menschen zu einer spontanen Solidaritätsdemonstration. Sie protestierten damit auch gegen einen Naziangriff in Greifswald, der sich in der Nacht zum Samstag ereignete. So wie es scheint, könnten NPD-Mitglieder in den Übergriff verwickelt sein.
Offenbar mitgebrachte Neonazikleidung wird am Rand der Demonstration in Brand gesteckt, Böller explodieren, benaglische Fackeln abgebrannt. Es ist ein recht martialisches Bild für die Anwohner des alternativ geprägten Stadteils Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV). Zunächst hatten sich am Margaretenplatz gegen 21:00 Uhr rund 85 Personen, vor allem aus dem autonomen und linksalternativen Spektrum versammelt. Während des Zuges schlossen sich weitere Menschen, die in den Straßen, Cafes und Kneipen des Stadteils anwesend waren, der Demonstration an. Hunderte verteilte Flyer informierten zusätzlich die Anwohnerinnen und Anwohner des Stadteils über die Vorfälle der vergangenen Tage. Nach einer Runde durch den Stadtteil löste sich die Demo, an der schließlich rund 120 Menschen teilgenommen hatten, am Saarplatz auf. Auch an der Budapester Straße Nr. 28 zog die Demonstration vorbei. Dort wohnt Hannes Welchar, ein wegen Körperverletzung verurteilter Landtagskandidat der NPD.
Während in Berlin nicht klar ist, aus welchem Spektrum der Naziszene die Attacken kamen, verdichten sich in Greifswald die Hinweise weiter, die dafür sprechen, dass die NPD zumindest Mitwisser der Tat ist. So wird auf dem, von NPD-Kadern betriebenen, Portal „MuPInfo“ mutmaßliches Täterwissen enthüllt. Mindestens eine Person soll bereits identifiziert worden sein. Dabei könnte es sich, um einen führenden Neonazikader handeln, der an der dortigen Universität studiert.
Bereits am Samstag demonstrierten in Greifswald rund 200 Menschen wegen eines Übergriffs, bei dem ein Jugendlicher schwer verletzt wurde, als er von drei Neonazis angegriffen wurde. (C) Tim Krugfelch 2011

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Protest nach brutalen Naziangriff

via indymedia

Fight Back!

Wieder und wieder sausen die Schlagstöcke durch die Luft. Mit Teleskopschlagstöcken aus Stahl prügeln sie auf seinen Kopf, in sein Gesicht. Schwer gezeichnet von dem Überfall wird er ins Krankenhaus gebracht. Aufatmen – wenigstens ist er ansprechbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben werden, wird sich erst in den nächsten Tage herausstellen.
Drei Neonazis, die zuvor Aufkleber verklebten und ein Hakenkreuz an eine Häuserwand schmierten, warteten nur auf ihn. Als er um eine Ecke biegt, stehen sie plötzlich vermummt vor ihn und beginnen mit dem Angriff.
Am Tag darauf versammeln sich rund 200 Menschen, um gegen den neuerlichen Angriff von Nazis zu protestieren.
Dass trotz der kurzen Mobilisierungszeit so viele Leute am heutigen Samstag gegen diesen Angriff sich auf dem Marktplatz zusammengefunden haben, könnte man als Erfolg werten, wären es nicht die bitteren Umstände, die dazu führten. Es ist eine bunte Mischung aus Zivilgesellschaft, autonomer Antifa und Punks, die ihren Unmut zum Ausdruck bringen wollen. Via Megaphon werden die Demonstranten auf den neuesten Stand gebracht, die Gäste in den angrenzenden Lokalen über den Anlass der Demonstration informiert.
Flyer werden verteilt und nach einer kurzen aber knackigen Kundgebung findet sich nach einiger Zeit auch eine Spontandemonstration zusammen. Rund 100 Menschen ziehen durch die Greifswalder Innenstadt zur Wohnung von Marcus Gutsche. Der nach Greifswald gezogene Berliner war Mitglied in neonazistischen Gruppe „KS-Tor“. Diese hatte als eine der ersten Kameradschaften den Stil linker Gruppierungen kopiert und damit wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der so genannten ‚autonomen Nationalisten‘.
In jüngster Zeit ist es zu einer massiven Eskalation rechter Umtriebe in Greifswald gekommen. Bereits im Vorfeld ihrer 1.Mai-Demonstration, die mit einer krachenden Niederlage endete, war überschattet von einer Gewaltwelle. Neonazis versuchten zwei alternative Projekte anzuzünden. Kurz darauf wurden Gewerkschaftler beim Plakatieren von „Antinaziplakaten“ verprügelt, in Wohnungen die Scheiben eingeworfen. Es scheint fast so, als würden die Neonazis nun mit Gewalt kompensieren wollen, was ihnen bisher nicht gelang: Ein erfolgreicher Start in den Wahlkampf. Anders als noch 2006 scheint es nicht ausgemacht, dass die Nazis ins Schweriner Schloss einziehen.
Die Angriffe zeigen, dass es schon längst an der Zeit ist aufzuwachen und aufzustehen. Denn der Nichteinzug in das Parlament würde die Strukturen der Neonazis empfindlich schwächen und damit auch die Möglichkeiten verringern Terror auf der Straße zu verbreiten.

Kampagne gegen den Landtagswahlkampf der NPD: Wake up! – Stand up!

Hintergrundinfos zum Überfall: Fleischervorstadt-Blog