Auch Udo Voigt in Greifswald erwartet

via indymedia

Die NPD zeigt sich eingeschüchtert. Anders als man es in den Vorjahren von ihnen gewöhnt war, geben sich die „Nationaldemokraten“ plötzlich ziemlich kleinlaut. Regelrecht klandestin wurde eine Kundgebung vorbereitet. Dabei scheint sie bedeutend zu sein. Neben Udo Pastörs soll nun auch der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt sein Kommen angekündigt haben. Offenkundig plant man am Samstag die zentrale Kundgebung für den Wahlkampf in Mecklenburg – Vorpommern. Und dies an einem für die Naziszene symbolischen Ort. Nach Schönwalde II in Greifswald soll es gehen. Noch im Mai hatten rund 1000 Gegendemonstranten einen Marsch in das Neubauviertel mit Blockaden verhindert.
Man muss es als eindeutiges Zeichen der Schwäche werten. Erst nachdem die Ostseezeitung von der geplanten Kundgebung berichtete und sich in der Folge die Nachricht blitzschnell durch MV verbreitete, reagierte das Portal des NPD-Kaders und bestätigte, dass man in der Ostrowskistraße von 15:00 – 20:00 Uhr eine Kundgebung angemeldet hätte. Diese Heimlichtuerei überrascht nicht, schließlich ist der Wahlkampf der NPD bisher nicht so richtig in die Gänge gekommen. Vielleicht auch deswegen, weil ihre Sympathisanten vor allem mit Angriffe auf Bürgerbüros und nichtrechte Menschen beschäftigt sind.
Eine andere Erklärung für den bisher so schwachen Auftritt der NPD könnte jedoch auch sein, dass der Wahlkampf trotz gegenteiliger Ankündigungen noch nicht wirklich aufgenommen worden ist. Dafür spricht auch die Taktik „Ein Dorf – Ein Wahlplakat“, die Antifaschisten in MV bisher so verwunderte. Zwar konnten dadurch ganze Dörfer rasch von der rassistischen Hetze befreit werden, jedoch war das Wahlplakat-je-Liter Sprit-Verhältnis eher ungünstig. Die könnte sich nun ab der nächste Woche ändern.
Aber auch dies wäre ein Zeichen der Schwäche, denn die Verkürzung der heißen Wahlkampfphase auf nur fünf Wochen ist vor allem eins: Ressourcen schonend. Anscheinend sieht es mit der personellen Ausstattung schlecht bestellt zu sein, zumindest schlechter als beim letzten Landtagswahlkampf, als sich die NPD einen schieren Wahlkampfmarathon leistete.

Von daher sollte es für Antifaschisten am Samstag von erhöhtem Interesse sein, die Kundgebung kritisch zu begleiten. Mittlerweile glaubt niemand mehr, dass die NPD nur 50 ihrer Anhänger mobilisieren will. Ziel muss es sein, dass die NPD-Kundgebung die gleiche Außenwirkung erreicht, wie die Internetseite des Landesverbandes. Sie ist seit gestern gar nicht oder nur schwer zu erreichen.

Samstag, 15:00 Uhr – Ostrowkskistraße in Schönwalde II

Alle hin…