11. Oktober 2007
Nazi-Starterpaket für Sebastian Ratjen

Auf der am 11. Oktober von den Jungen Liberalen veranstalteten Erstsemesterveranstaltung in Greifswald, befand sich auch der FDP-Landtagsabgeordente und Zahnarzt Sebastian Ratjen. Dieser hatte in der Diskussion über einen Thor Steinar Laden in der Greifswalder Dompassage angeregt, die rechte Modemarke zu entmysthifieziren und umzudeuten indem er anregte, daß „Farbige, Ausländer, Schwule, Lesben und viele andere Thor Steinar“ tragen. Außerdem solidarisierte sich der FDPler mit der in die Kritik geratende Ladenbesitzerin des „MCS Fashion Store“ Mandy Constanze Schöndorf indem aufgerufen hatte, Thor-Steinar zu kaufen, um die Entlassung der beiden Mitarbeiter_innen zu verhindern. Anlaß genug, um den Landtagsabgeordeneten, der hinter Thor Steinar eine normale Modemarke á la Lonsdale sieht, zu ehren.
Und so zog die Antifa Greifswald aus, Ratjen ein Nazi-Starterset für seine gelungene Recherche gegen Rechts zu überreichen. Neben dem obligatorischen Blumenstrauß, konnte nun Ratjen auch eine RechtsRock-CD sein eigen nennen. Abgerundet wurde dieses durch einen Thor Steinar Pullover, denn in einem Zeitungsinterview wußte Ratjen auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte Thor Steinar auch im Landtag zu tragen, folgendes zu antworten: „Das müsste man gemeinsam machen: von der Linkspartei bis zur FDP. Damit hätten wir ein Zeichen gesetzt.“ Applaus setzte ein, als dem Erfinder der Kampagne „Thor Steinar gegen Rechts“ eben dieser Pullover überreicht wurde. Sichlich ergriffen und sich zu erst noch freuend nahm Ratjen seine Präsente entgegen. Und hielt nach der „Ehrung“ ein Stück Kernseife in der Hand – verziert mit einem „frei-liberal-national“ Button. Hintergrund hier die ebenfalls umwerfende NPD-Recherche Sebastian Ratjens, indem er herausfand, daß der Anklamer NPD-Landtagsabgeordente Michael Andrewski „stinkt“.
Im Anschluß an seine sehr würdevolle Ehrung konnte Sebastian Ratjen nicht anders, als frustiert seinen JuLis (Junge Liberale) zu erklären, daß das was die Antifa macht nicht anderes ist, als „kauft nicht bei Juden“. Nur anders herum. Und „das man hier sieht, wo das hingeführt hat, daß das Land [Mecklen-Vorpommern] 15 Jahre Geld in die Antifa-Projekte gesteckt hat. Da muß jetzt ein Umdenken her“.
In Anbetracht der fachlichen und persönlichen Kompetenz des Landtagsabgeordenten S. Ratjens fordern wir ein, daß Ratjen die nächste Wahlkampagne der NPD zu organisieren hat. Eins hat Ratjen dennoch nicht geschafft, daß der Thor Steinar aus der Dompassagae verschwindet. Dies ist der Antifa zu verdanken, denn am 30. November heißt es für Mandy Constanze Schöndorf – byebye und winkewinke, denn dem Laden wurde gekündigt.