12. Februar 2005
Antifademo in Guben

Am 12.02.2005 fand im südbrandenburgischen Guben eine Demonstration in Gedenken an Farid Guendoul statt, der 1999 von Neonazis zu Tode gehetzt wurde. Die Demonstration war trotz Veranstaltungen in anderen Städten (SiKo in München, Antifa Demo in Dresden) mit 150-200 Menschen recht gut besucht. Am Versammlungsort angekommen, wurde noch auf fehlende Antifas, die mit dem Bus anreisten, gewartet. Dann ging die Demo los … durch endlos erscheinende Plattenbauten. Laut und kämpferisch wurde das Anliegen vermittelt. Am Gedenkstein für Farid wurde dann ein Redebeitrag verlesen, der die brutale Menschenjagd der Neonazis in der Nacht vom 12./13.2.2005 sehr genau rekonstruierte. Bei vielen Anwesenden konnte mensch Erschrockenheit über das abscheuliche Vorgehen der Neonazis, aber auch eine ungeheure Wut über die Tat und die Reaktionen der „Zivilgesellschaft“ spüren.
Die Polizisten, die nur in relativ kleiner Zahl anwesend waren, wollten die Demo zunächst nicht weiterziehen lassen und sie sogar auflösen, da sich im vorderen Teil angeblich mehrere Menschen vermummt hatten.
Nach kurzer Zeit ging es dann weiter, wieder durch Plattenbauten zur Gaststätte „Junge Welt“, in der sich regelmäßig Gubener Neonazis treffen. Auf dem Weg dorthin, trauten sich einige Neonazis an die Demonstration heran, ihnen wurde aber recht schnell und entschlossen deutlich gemacht, dass ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist. An der Kneipe angekommen, wurde ein weiterer Redebeitrag verlesen, der die Rolle der „Jungen Welt“ für die Gubener Neonaziszene kennzeichnte und weiterhin versuchte das politische Klima in der Stadt Guben zu kennzeichnen. Als sich mehrere Antifas zur Kneipe begaben und sogar einige Schneebälle flogen, riegelte die Staatsgewalt die „Junge Welt“ ab und drohte mit Platzverweisen.
Auf dem Weg zurück zum Busbahnhof gab es dann noch einen Gastbeitrag über die Veranstaltungen anlässlich des 60. Jahrestages der Bombardierung Dresdens. Am Busbahnhof wurde die Demonstration denn beendet. Ein Teil der Antifas fuhr weiter nach Dresden, der Rest begab sich auf den Weg in einen Gubener Jugendclub, wo mensch sich dann aufwärmen und trocknen (es hatte die ganze Zeit geregnet) konnte.
Insgesamt kann mensch von einer gut organisierten und durchgeführten Demonstration sprechen. Es ist wichtig immer wieder auf die Opfer rassistischer Gewalt aufmerksam zu machen, ihnen zu gedenken und sich den Rassisten entschlossen entgegenzustellen. Die Demonstration war in diesem Prozess des Aufarbeitens und Erinnerns ein gelungener Beitrag.

Gegen ein Vergessen der Ereignisse und gegen die fortbestehenden Zustände!