13. Juni 2008
Spontandemonstration gegen den Nazi-Laden in Rostock

In der Hansestadt demonstrierten in den Nachmittagsstunden etwa 150 Menschen gegen den Naziladen in der KTV. In Sprechchören forderten sie zur Schließung des Ladens auf und verteilten mehrere hundert Flugblätter an Passanten.
Nachdem die Hamburger Geschäfts‘führer‘ nach monatelangen Protesten die Flucht aus der ‚Frontstadt‘ Rostock ergriffen haben und der Laden sich inzwischen von ‚East Coast Corner‘ nach ‚Dickkoepp‘ unbenannt hat, reißen die Proteste gegen den Naziladen im alternativen Stadtviertel KTV nicht ab.
Birger Lüssow, ein NPD-Landtagsabgeordneter hat sich inzwischen dem gescheiterten Hamburger Projekt angenommen. Nicht einmal ein Jahr hatten de Vries und Co durchgehalten, dennoch protestierten die Antifaschisten anlässlich des bevorstehenden Jahrestages der Eröffnung. Heimlich hatten die Neonazi während des G8-Gipfels den Laden eingerichtet. Am 14. Juni 07, ein Tag vor der offiziellen Eröffnung erlitt der Laden das erste mal Glasbruch.
Auch daran wollten die Antifaschisten die Nazis erinnern, als sie sich gegen 17:00 Uhr am Uniplatz trafen. Die Polizei hatte offensichtlich im Vorfeld Kenntnis davon erhalten und war bereits mit zahlreichen Kräften präsent. Zur allgemeinen Überraschung verhielt sich die Polizei weitgehend kooperativ und genehmigte einen Aufzug direkt zum Naziladen. Die Auflage sich dabei auf dem Fußweg zu bewegen wurde letzlich auch aufgehoben. Störungfrei gelangten die Demo schließlich in die Doberaner Straße. Mit Parolen wie ‚Birger Lüssow aus der Traum auch du liegst bald im Kofferaum‘ oder ‚Naziklamotten sind nicht schick – ruckzuck ist die Lippe dick‘ machten die Antifaschisten unmissverständlich klar, dass sie weiterhin an Protesten festhalten werden.

Dank an red_angel für den Bericht.