13. November 2005
Proteste gegen den „Volxtrauertag“ in Greifswald

Am Sonntag, den 13.11., trafen sich zum sogenannten Volkstrauertag circa 20 Bürger, Stadtvertreter wie der Oberbürgermeister Arthur König(CDU) und Angehörige des Reservistenverbandes der Bundeswehr auf dem Neuen Friedhof in Greifswald um den Volkstrauertag zu feiern.
Neonazis bzw. Angehörige der Burschenschaft Rugia, wie zum Beispiel Norman Kolberg durften natürlich auch nicht fehlen. Am Denkmal für die deutschen Gefallenen wurden drei Kränze(von Reservistenverband, „Gruppe Greifswald“, Oberbürgermeister) niedergelegt und eine Rede gehalten. In dieser wurde, wie so typisch für die deutsche Opfergemeinschaft, wieder einmal klargestellt, dass die Deutschen ja auch nur Kinder ihrer Zeit wären, also Opfer, was wahrscheinlich auch der Anlass dazu war, sie mit den eigentlichen Opfern des Zweiten Weltkrieges in einem Satz zu nennen.
Doch dies geschah natürlich nicht ohne den Protest einiger Antifaschisten, welche sich mit einem Transparent „Deutsche Täter sind keine Opfer! Opfermythen zerschlagen, Volkstrauertag abschaffen“ neben die empörten Bürger stellten. Sprüche wie: „Geht doch arbeiten“ oder „Aber wir gedenken doch dem GANZEN VOLK“ blieben auch nicht aus. Auf dem Weg zum Denkmal für die russischen Gefallenen halbierte sich die Menschenmenge dann und es wurde ein einziger Kranz niedergelegt.
Auch an dem Gedenkstein „für die gefallenen Kommilitonen der beiden Weltkriege“ auf dem Wall wurde an diesem Tag rumgeopfert. So legten die Burschenschaften Markomannia und Rugia, welche ebenfalls Verbindungen zur rechtsradikalen Szene vorzuweisen haben(z.B. Lutz Gießen u. Paul Schneider), dort einen Kranz nieder. Das Trauern wird ihnen wohl diesmal noch etwas leichter gefallen sein, da der ach-so-schöner Gedenkstein in der Nacht vorher laut Ostseezeitung „von Unbekannten mit roter Farbe beschmiert [wurde]“.
Auch der Law&Order-Fetischist Axel Hochschild(CDU) fand „ein solches Verhalten für eine tolerante und weltoffene Stadt völlig unangemessen“ und bezeichnete diese farbliche Ergänzung im Stadtbild als Vandalismus. Er stellte sie in eine Reihe mit eingeworfenen Fensterscheiben, welche jedoch eher auf die Kappe besoffener Neonazis gehen, die am vorletzten Wochenende durch die Stadt zogen und in einem alternativen Zentrum Stress machten. Also,wenn mensch keine Ahnung hat, einfach mal das maul halten, ok?
Für die Stadt gab es dieses Wochenende also genug Grund zum trauern.
Wir jedoch wollen hier noch einmal klar stellen, dass die Relativierung der Geschichte ein Ende haben muss und, dass der Volkstrauertag abgeschafft gehört!
Schluß mit dem Rumgeopfer! Volkstrauertag abschaffen!

*„Gruppe Greifswald“ scheint übrigens auch eine Nazigruppe zu sein. Ein Foto von ihrem Kranz auf dem Golm wurde auf der Naziseite SNBP veröffentlicht, auf dieser sind nur Kränze von Nazis abgebildet.