17. September 2006
Spontandemo zum Einzug der NPD in den Landtag in Greifswald

---NPD-Ergebnis: 7,3% in MV, 5,5% in Greifswald---

Schockiert von dem Ergebnis der Nazipartei in Mecklenburg-Vorpommern versammelten sich in Greifswald Menschen spontan zu einer Demonstration.
„Eine Nazipartei im Landtag. Das ist eine nicht zu ertragende Meldung gewesen.“ sagte Jens Kolb, einer der Demonstranten, aufgebracht. „Da müssen wir ja was tun!“
Erbost von dem Abschneiden der NPD sammelten sich spontan ca. 50 Greifswalder_Innen und zogen lautstark durch die Innenstadt unter dem Motto: „Pfui! Ihr habt gewählt: 5 Jahre Nazis im Landtag.“ Um auch an diesem Wahlabend klarzustellen: WIR wollen keine Nazis – weder in Parlamenten, noch sonst irgendwo.
Die Demonstration zog durch die Greifswalder Innenstadt, während des Zuges schlossen sich immer wieder spontan Menschen an, die von diesem Ergebnis genauso schockiert waren. Die Demonstration führte zum Haus der neonazistischen Burschenschaft ‚Rugia’, die ideell als auch personell mit der NPD verbunden ist (Stichwort Mathias und Stefan Rochow – in der Rugia ausgebildete NPD-Nazikader). Vor dem Burschenschaftshaus gab es eine Zwischenkundgebung. Zurück ging es dann wieder durch die Innenstadt vorbei an der Wahlparty der CDU, hin zum Fischmarkt, wo Linkspartei.PDS und Grüne sich die Wahlergebnisse anschauten. Obwohl sich unsere Demonstration gegen den Einzug der NPD richtete, konnten wir uns nicht zurückhalten: wir sagen nein zur repressiven CDU-Politik besonders in Bezug auf Street Art in Greifswald und wir wehren uns gegen die Abschiebepolitik und die Zustimmung zum SOG (Sicherheits- und Ordnungsgesetz) der PDS.
Die Demonstration war laut und wütend. Immer wieder hielt sie für kleine Zwischenreden an, die von den Umstehenden dankbar aufgenommen wurde.
Das Ergebnis ist eine Niederlage für den gesunden Menschenverstand. Aber der scheint hier in Mecklenburg-Vorpommern (derzeit 7,3% für die NPD), besonders in den östlichen Landesteilen (10-12%), bei über 60.000 Wähler_Innen nicht angekommen zu sein. Das Ergebnis ist ein Schock. Aber zugleich auch bestärkt es uns in dem Wissen, dass antifaschistische Politik notwendig ist – jetzt erst recht. Wir werden unseren Kampf gegen die braune Pest fortführen – denn 5 Jahre Nazis im Landtag sind 5 Jahre zuviel.
Oder wie Corinna Schumacher am Ende der Demonstration zusammenfasste: „Keine Nazis nirgendwo, auch nicht in den Parlamenten. Lasst uns einen antifaschistischen Schutzwall um den Schweriner Landtag ziehen.“