23. August2005
Aktionen gegen das Naziinternetcafe in Wolgast

Am 23.August fand in Wolgast eine Kundgebung gegen das mitten in der Innenstadt gelegene Internetcafé von Neonazi Christian Deichen statt. Kurz nach seiner Eröffnung im Juli wurde der Laden schon ein wenig farblich verschönert und auch in der Lokalpresse wurde dieses Problem schon thematisiert.
Der Landkreis Ostvorpommern in Mecklenburg/Vorpommern, ganz hoch im Norden D.lands, entwickelt sich in letzten Jahren immer mehr in einen brauen Sumpf. So wird offensiv versucht, national befreite Zone zu erschaffen. In diesem Zusammenhang funktioniert das Bündnis zwischen organisierten und den freien Nazis gut. So wurde Ostvorpommern nicht nur von der NPD sondern auch von den freien Arschlöchern als Versuchsobjekt Nr. eins ausgewählt, um die Übernahme des ländlichen Raumes zu probieren. Das sie dies teilweise schaffen, zeigt das Beispiel Anklam: dort gibt es seit mehreren Jahren den Naziladen „New Dawn“ (Geschäftsführer: Marcus Thielke) – der nicht nur als Basis des KS Anklam dient, sondern auch finanziell in der Lage ist z.B: der HNG mehrere tausend Euro Spenden zukommen zu lassen. Ein anderes Beispiel wäre der Dachdeckerbetrieb von Mirko Gudath (Blesewitz), der als Jungunternehmer in der Region angesehen und etabliert ist. Gudath ist dem Kameradschaftsbund Anklam sowie dem Heimatbund Pommern zu zuordnen.

Ein weiterer Versuch wird jetzt in Wolgast von Christian Deichen unternommen, der mitten in der City eine „Internet Stube“ (wwwx.is-wolgast.de) aufgemacht hat und dort ebenfalls unter wwwx.alkoholnotruf.de Serviceleistungen anbietet. Deichen ist der NPD zugehörig und kooperiert mit Heimatbund Pommern und ist äußerst neonazistisch.

Deshalb gab es am 23.August in Wolgast eine bürgerliche Kundgebung auf dem Markt gegen eben diesen Laden – initiiert von der PDS und der SPD. Die Kundgebung wurde wie soll es auch sein von rund 20 Nazis besucht und „beobachtet“.

Neben der bürgerlichen Kundgebung gab es noch eine Spontandemo einiger Antifas, die als Ziel das Internetcafé des Nazis hatte: 20 Aktivisten zogen lautstark mit Transparenten durch die City und postierten sich vor dem Nazitreff, um ebenfalls nochmals auf den Notstand aufmerksam zumachen – aber eben wirklich antifaschistisch. Nach einer Rangelei mit den Nazis und kurzem Tauziehen konnten die Nazis leider ein Transpi entwenden. Für die Passanten war nun natürlich gut ersichtlich von wem die Gewalt ausgeht. Es wird nun gegen die Nazis wegen Raub (inklusive Körperverletzung und Diebstahl) ermittelt.

Da es in MV gerade auf dem Land zu immer krasseren Aktionen der Faschos kommt und linke Treffs meist gar nicht vorhanden sind halten wir es gerade hier für besonders wichtig sich mit den Antifas vor Ort zu solidarisieren und sie so gut wie möglich zu unterstützen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland – National befreiten Zonen antifaschistisch entgegen treten.