26. Februar 2005
Proteste gegen Naziaufmarsch in Bützow (südlich von Rostock)

Am 26.02.2005 hatten „freie“ nationale Kräfte aus Bützow, sowie die NPD Rostock zu einer Demonstration in Bützow unter dem Motto: „Mehr Schutz für Kinder“ aufgerufen. Angesichts zahlreicher Schulschließungen, fehlender Ausbildungsplätze und der mehr als schlechten bildungspolitischen Lage in MV versuchten die Neonazis mit diesem Thema in die öffentliche Diskussion zu intervenieren und das vorhandene Protestpotenzial der BürgerInnen aufzugreifen. Doch hinter diesen scheinbar sozialen Forderungen steht immer wieder der altbekannte Mief von völkischen Rassismus und Nationalismus.
Im Vorfeld des Aufmarsches mobilisierten verschiedene Parteien zu Gegenaktivitäten. Auch Antifa Gruppen riefen zum Widerstand auf. Auf der gesamten Demonstrationsstrecke hingen Plakate, auf denen sich Bützow gegen Rassismus und Neonazis aussprach. Auch das Rathaus, vor dem eine der drei Kundgebungen stattfinden sollte, war mit „Bunt statt Braun“ Bannern geschmückt.
Der Aufzug der Neonazis setzte sich dann mit rund 150 TeilnehmerInnen gegen 13 Uhr in Bewegung. Am Marktplatz angekommen, sprachen der Stralsunder Alexander Rupprecht und anschließend Christian Worch, den man sich extra aus Hamburg zur Unterstützung holte. Begleitet wurde die Kundgebung von rund 200 BürgerInnen, Antifas, Punks etc., die mit Trillerpfeifen und Sprüchen versuchten, eine für einen Neonaziaufmarsch angebrachte Geräuschkulisse zu erzeugen.
Die Demonstration ging dann weiter zum Schlosspark, wo der Hamburger Alexander Hohensee sprach. Auch diese Kundgebung wurde von antifaschistischem Protest begleitet. Eigentlich sollte noch, der zur Zeit in Greifswald lebende, Lutz Giesen als Redner auftreten, jedoch musste er aufgrund seiner Zerstrittenheit mit der Kameradschaftsszene Rostocks seine Rede zurück ziehen.
Die Neonazis zogen dann zurück zum Bahnhof und lösten dort ihre Versammlung auf.
Die Polizei versuchte durch unzählige Schikanen, die Proteste weitesgehend einzudämmen . Schon am Bahnhof wurden von zahlreichen AntifaschistInnen willkürlich die Personalien festgestellt und Körperkontrollen durchgeführt. Weiterhin wurden weitere unbegründete Repressalien wie Innenstadtverbote, Platzverweise für den Bahnhof, Beschlagnahme von Fahnenstöcken und mehrmaliges Androhen von Gewahrsamnahme eingesetzt. Vor allem die Schweriner Polizeieinheiten fielen durch ihr unfreundliches und aggressives Verhalten immer wieder auf.