29.Mai 2007
Spontandemo gegen Repression in Greifswald

Am Dienstag dem 29. Mai fand in Greifswald eine spontane Demonstration gegen staatliche Repression, welche sich gegen den G8-Widerstand richtet, statt. Etwa 30 Aktivist_innen zogen mit mehreren Transparenten vom Hauptbahnhof in Richtung Oberverwaltungsgericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Die erste Kundgebung: es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ab Mittwoch, dem 30.05.2007, in Greifswald verhandelt wird, ob die massiven Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit im Zuge des G8-Gipfels (wie sie die Polizei wünscht) aufrecht erhalten werden. Denn nachdem das Schweriner Gericht, die Pläne der Polizei schon einmal durchkreuzte und den Gipfelgegner_innen Recht gab und die Allgemeinverfügung der BAO Kavala als nicht gesetzeskonform darstellte, klagt die Sicherheitsbehörde jetzt gegen dieses Urteil. Dabei befürchten Beobachter_innen, dass gezielt versucht wird, den Prozess so stark in die Länge zu ziehen, dass das endgültige Urteil erst nach dem G8-Gipfel fallen wird. Dies wäre definitiv zu spät und würde den, von der Polizei gestellten Eilantrag, zur Aufrechterhaltung ihrer übertriebenen Sicherheitsmaßnahmen, vorerst als rechtmäszig zulassen.
Nun ging es in Richtung Innenstadt: Hier wurde lautstark auf den antifaschistischen Charakter der globalisierungskritischen Bewegung aufmerksam gemacht. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Mobilisierungsflyer für die internationale Antifa-Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch am 2. Juni in Schwerin verteilt.
Antifaschismus ist nicht vom Antikapitalismus nicht trennbar. Es wurde klargestellt, dass eine antisemitische Verschwörungstheorie, wie sie NPD und andere Neonazis nutzen, um ihre rechte „Globalisierungskritik“ aufzumachen, nicht Teil der Anti-G8 Bewegung sind. Mit Sprechchören und kleinen Pyroeinlagen wurden Passant_innen in der Fußgängerzone auf die staatliche Repression aufmerksam gemacht. Anschließend die Europakreuzung kurzeitig blockiert und ein zweite Zwischenkundgebung abgehalten.

burschis must fly …
Im Anschluß an die Spontandemo gegen Repression und polizeiliche Willkür fand noch ein kurzer Besuch der örtlichen Burschenschaft Rugia statt. Hier wurde noch einmal über deren neonazistischen Umtriebe aufmerksam gemacht. Sehr erfreulich war die Tatsache, dass sich einige Anwohner_innen zu spontanen Unmutsbekundungen gegenüber ihren rechten Nachbarn hinreißen ließen.
Wir sehen uns am 2. Juni in Schwerin und während des G8 bei Blockaden!
Antifa heißt auch blockieren!