04. Mai 2005
“Demokratie für Togo” Aktionstag in Greifswald

Am 4.Mai 2005 fand in Greifswald auf dem Marktplatz eine Unterschriftenaktion für mehr Demokratie in Togo statt. Die von hiesigen Flüchtlingen und Freunden organisierte Aktion machte mit einer Trommelgruppe und einem Megaphon lautstark auf sich aufmerksam, es gab größtenteils positive Resonanz und es wurden auch viele Unterschriften gesammelt.
Kundgebung und Unterschriftensammlung am 04. Mai 2005 auf dem Greifswalder Marktplatz zu
Togo. Togo ist ein kleines Land in Westafrika – es hat eine Fläche von 56 600 km² und 4,5 Millionen Einwohner. Zwischen 1884 und 1914 war Togo auch eine deutsche Kolonie.
Vor kurzem starb sein Präsident Eyadema Gnassingbé, der älteste Diktator Afrikas. Von 1967 bis zu seinem Tod am 5. Februar 2005 herrschte er 38 Jahre über Togo. Unter seinem Regime wurden massenhaft Menschen getötet und Menschenrechte verletzt, wobei Eyadema und eine kleine Elite sich unablässig bereichert haben.
Nach seinem Tod wurde entgegen der Verfassung sofort einer seiner Söhne, Faure Gnassingbé, vom Militär zum Präsidenten erklärt. Nur aufgrund internationaler Proteste trat er zurück und es wurden Wahlen für den 24. April festgesetzt. Die Bevölkerung Togos hatte schon auf freie und demokratische Wahlen gehofft, wurde jedoch durch schwere Wahlfälschungen vom Gegenteil überzeugt. Das Militär, das fast ausschließlich aus Männern aus Eyademas Heimatdorf besteht, beendete schließlich die Wahlen. Es rief Faure Gnassingbé als Sieger aus, obwohl laut Auszählungen über 70% der Stimmen für den Oppositionskandidaten abgegeben wurden.
(Actions-Gruppe für die Freiheit Togo – Greifswald GAL/FRONT –UFC-CDPA- CAR)
Greifswald. Am 04. Mai 2005 trafen deshalb hiesige Flüchtlinge aus Togo, Greifswalder Freunde und Unterstützer zusammen, um für die Demokratie Togos einzustehen. Die Unterschriftenaktion dieses Tages dient dem Zweck, eine von den Togolesen verfasste Petition an den Präsidenten des Bundestages, Herrn Horst Köhler, an den Bundeskanzler, Herrn Gerhard Schröder sowie die Mitglieder des deutschen Bundestages zu senden.
Wir wollen mit Aktionen, wie dieser deutlich machen, dass keine Zeit für grundsätzliche Pro/Contra-Debatten bleibt. Die aktuellen Ereignisse in Togo (regelmäßige Erschießungen, Erklärung der Gültigkeit der Wahl durch den obersten Gerichtshof in Togo, die Brandschatzung des Goethe-Institutes) sind Gründe genug, sich solidarisch mit den Vertretern der oppositionellen Fraktion in der togolesischen Politik zu stellen.
Natürlich stehen die Menschen in Deutschland und Togo vor der großen Frage, wie eine demokratische Grundlage praktisch umsetzbar ist und welche Realbedingungen in Togo ausschlaggebend sind für die Zukunft der Politik und des alltäglichen Lebens. Jedoch ist eine generelle Positionierung zur Demokratiebestrebung und den dazu divergierenden Menschenrechtsverletzungen durch das Militär, im Lichte einer humanistisch orientierten Verfassung Europas von großer Dringlichkeit.
Die Bevölkerung Togos hofft nun auf eine weitere Unterstützung Deutschlands, indem die Wahlen von Deutschland nicht anerkannt werden, um das neue alte Regime durch internationalen Druck zum Rücktritt zu zwingen.

Danke an Jan Holten (Internationales Kultur- und Wohnprojekt (IKuWo e.V.)) für Bericht und Fotos.