8. April 2006
Demonstration “Burschies aus der Deckung holen”

Über 200 Antifaschisten beteiligten sich bei strahlendem Sonnenschein an der Greifswalder Antifa-Demo gegen das Verbindungswesen der Studentenstadt und ihre Neonazis in Uniformen. Bereits zum Auftakt der Kundgebung am Karl-Marx-Platz, an dem auch die Burschenschaft Markomannia Greifswald-Aachen ihr Häuschen hat, tummelten sich kleine Grüppchen von Neonazis aus dem Umfeld des ‚Nationalen und Sozialen Bündnis Pommern‘ und des Heimatbund Pommern am Rande der Demonstration.
Die Markomannia forderte im Vorfeld der Demonstration in einem öffentlichen Brief an den Oberbürgermeister König erfolglos Polizeischutz, versuchte die Antifa-Demo zu kriminalisieren und stritt alle Vorwürfe ab. Die Zwischenkundgebungen thematisierten die zahlreichen Verstrickungen der reaktionären Greifswalder Burschenschaften zur NPD und freien Kameradschaften. Zudem wurde explizit auf diverse Kampagnen gegen den NPD-Wahlkampf eingegangen und für Gegenaktivitäten zum bundesweiten NPD-Aufmarsch am 1.Mai in Rostock mobilisiert.
Anschließend ging es in Richtung Robert-Blum-Straße zur Burschenschaft Rugia Greifswald. An der Europa-Kreuzung, kurz vor dem Haus der ‚Rugia‘, postierten sich erneut etwa 20 Neonazis provozierend am Straßenrand, die jedoch der guten Demolaune zu keinem Abbruch verhalfen. Nach einigen Redebeiträgen zog die kraftvolle Demo zum Wohnort des Berliner Anti-Antifa-Aktivisten Paul Schneider in der Burgstraße und wurde kurz darauf beendet.