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Sommerloch und Regensegen – Erfolgreiche Proteste gegen NPD-Kundgebung

Mit einer Kundgebung im Greifswalder Stadtteil Schönwalde II versuchte die NPD am Samstag, den 30.Juli 2011, ihre schmerzliche Niederlage vom 1.Mai zu überwinden und ihre menschenverachtende Propaganda anlässlich des Wahlkampfes doch noch unter die Leute zu streuen. Im Vorfeld wurde ein großes Aufgebot an Wahlhelfern, Nazikadern aus anderen Bundesländern und dem Bundesvorsitzenden der NPD angekündigt. Doch nicht nur Udo Voigt blieb der Veranstaltung fern. Gerade einmal um die 30 Neonazis verirrten sich an den Kundgebungsort, um den Hetzreden von Udo Pastörs (Fraktionsvorsitzender der NPD im Landtag MV) zu folgen, was ihnen aufgrund des lautstarken Gegenprotestes von etwa 150 Antifaschist_innen mehr als schwer gefallen sein dürfte. Der Regen tat sein übriges, um die Veranstaltung der Neonazis zu einer kompletten Farce werden zu lassen. Da auf Seiten der Bullen von einer möglichen Eskalation ausgegangen wurde, herrschte hier ein rauer Ton gegenüber den Gegendemonstrant_innen und es wurde mit den üblichen Repressalien reagiert. Zu Ausschreitungen und Festnahmen kam es aber nicht. Mehr Infos erhaltet ihr hier und hier.

Antifaschistischer Widerstand bleibt nach wie vor eine notwendige Waffe!
Organisiert euch, engagiert euch und informiert euch!
Keine Stimme den Nazis in MV und sonst irgendwo!

[UPDATE] NPD-Kundgebung am 30.07.

Die NPD-Kundgebung wurde von 15-20 Uhr angemeldet, es wurden auch 2 Gegenkundgebungen angemeldet. Die Erste findet an der Ecke Tolstoistr./Koitenhäger Landstraße statt, die Zweite wird in unmittelbarer Nähe zur Christuskirche stattfinden.


Grafik: Fleischervorstadt-Blog

Auch Udo Voigt in Greifswald erwartet

via indymedia

Die NPD zeigt sich eingeschüchtert. Anders als man es in den Vorjahren von ihnen gewöhnt war, geben sich die „Nationaldemokraten“ plötzlich ziemlich kleinlaut. Regelrecht klandestin wurde eine Kundgebung vorbereitet. Dabei scheint sie bedeutend zu sein. Neben Udo Pastörs soll nun auch der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt sein Kommen angekündigt haben. Offenkundig plant man am Samstag die zentrale Kundgebung für den Wahlkampf in Mecklenburg – Vorpommern. Und dies an einem für die Naziszene symbolischen Ort. Nach Schönwalde II in Greifswald soll es gehen. Noch im Mai hatten rund 1000 Gegendemonstranten einen Marsch in das Neubauviertel mit Blockaden verhindert.
Man muss es als eindeutiges Zeichen der Schwäche werten. Erst nachdem die Ostseezeitung von der geplanten Kundgebung berichtete und sich in der Folge die Nachricht blitzschnell durch MV verbreitete, reagierte das Portal des NPD-Kaders und bestätigte, dass man in der Ostrowskistraße von 15:00 – 20:00 Uhr eine Kundgebung angemeldet hätte. Diese Heimlichtuerei überrascht nicht, schließlich ist der Wahlkampf der NPD bisher nicht so richtig in die Gänge gekommen. Vielleicht auch deswegen, weil ihre Sympathisanten vor allem mit Angriffe auf Bürgerbüros und nichtrechte Menschen beschäftigt sind.
Eine andere Erklärung für den bisher so schwachen Auftritt der NPD könnte jedoch auch sein, dass der Wahlkampf trotz gegenteiliger Ankündigungen noch nicht wirklich aufgenommen worden ist. Dafür spricht auch die Taktik „Ein Dorf – Ein Wahlplakat“, die Antifaschisten in MV bisher so verwunderte. Zwar konnten dadurch ganze Dörfer rasch von der rassistischen Hetze befreit werden, jedoch war das Wahlplakat-je-Liter Sprit-Verhältnis eher ungünstig. Die könnte sich nun ab der nächste Woche ändern.
Aber auch dies wäre ein Zeichen der Schwäche, denn die Verkürzung der heißen Wahlkampfphase auf nur fünf Wochen ist vor allem eins: Ressourcen schonend. Anscheinend sieht es mit der personellen Ausstattung schlecht bestellt zu sein, zumindest schlechter als beim letzten Landtagswahlkampf, als sich die NPD einen schieren Wahlkampfmarathon leistete.

Von daher sollte es für Antifaschisten am Samstag von erhöhtem Interesse sein, die Kundgebung kritisch zu begleiten. Mittlerweile glaubt niemand mehr, dass die NPD nur 50 ihrer Anhänger mobilisieren will. Ziel muss es sein, dass die NPD-Kundgebung die gleiche Außenwirkung erreicht, wie die Internetseite des Landesverbandes. Sie ist seit gestern gar nicht oder nur schwer zu erreichen.

Samstag, 15:00 Uhr – Ostrowkskistraße in Schönwalde II

Alle hin…

Nazipropaganda fachgerecht entsorgt

via Indymedia:

Am späten Abend des 28.Juli 2011 trafen sich 30 junge Antifaschist_innen, um die in der vorherigen Nacht angebrachten NPD-Plakate zu entfernen. Bei strömendem Regen setzte sich die Gruppe in Bewegung und entfernte auf der Anklamer Straße stadtauswärts die zum Teil sehr hoch gehängten Plakate.Bei strömendem Regen setzte sich die Gruppe in Bewegung und entfernte auf der Anklamer Straße stadtauswärts die zum Teil sehr hoch gehängten Plakate.
Von vorbeikommenden Fußgänger_innen und Fahrradfahrer_innen wurden den jungen Antifaschist_innen aufmunternde Worte und auch Zuspruch geäußert. Auf Höhe der Kreuzung Anklamer Straße/Hans-Beimler-Straße zeigte sich die Polizei in Form eines Streifenwagens und eines Sixers, die Antifaschist_innnen konnten bis auf eine Person, deren Personalien festgestellt wurden, unerkannt entkommen.

Trotz der relativ kurzen absolvierten Strecke hat der Abend doch gezeigt, dass die Nazis in Greifswald nicht den sicheren und ruhigen Stand haben, den sie sich erträumen.

Am Samstag hat die NPD eine Kundgebung an der Ostrowskistraße in Greifswald-Schönwalde II angemeldet, auch dort werden sie auf entschlossene Gegenwehr treffen!

NPD Wahlkampf zum Debakel machen!

NPD plant neuen Aufmarsch in HGW

Wie soeben bekannt wurde, plant die NPD für kommenden Samstag (30.07.2011) eine Kundgebung in Schönwald II. Als Ort der Veranstaltung wird die Ostrowskistraße angegeben (Quelle).
Nähere Informationen gibts es nach Bekanntwerden hier, aber eins ist jetzt schon sicher:

Wir werden den Nazis auch am 30.06. deutlich zeigen, was wir von ihnen halten: absolut nichts!

Der Wahlkampf hat begonnen.

Seid gestern hängen in Greifswald NPD-Plakate an den Laternen, NPD-Plakate an den Litfaßsäulen und NPD-Sticker (und die von anderen Nazis) an jeglichen stickerfähigen Gegenständen.

Passt auf euch auf, gestern haben Nazis den Wahlkampf wieder wörtlich genommen und eine Person ins Krankenhaus befördert (mehr dazu auch hier).

Zeigt den Nazis nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen), was ihr von ihnen und ihrer Propaganda haltet!

Veranstaltungshinweis

Am 11.8.2011 findet um 20 Uhr eine äußerst interessante Veranstaltung im IKuWo statt. Hinkommen!

Info- und Mobilisierungsveranstaltun​g zum Al Quds-Tag und den Gegenprotesten
noalquds
Am 27. August 2011 wollen Islamist_innen in Berlin zum so genannten Al Quds-Tag als Kampftag des politischen Islam auf die Straße gehen. Seit dem Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 demonstrieren Islamist_innen jedes Jahr zu diesem Anlass für eine Welt ohne Israel und die Eroberung Jerusalems. In dieser Tradition verbreitet das iranische Mullah-Regime seit Jahren offen antisemitische Propaganda, leugnet den Holocaust und schürt Hass gegen den „dekadenten Westen“. Gleichzeitig unterstützt das Mullahregime durch Geld- und Waffenlieferungen den Kampf islamistischer Terrororganisationen und arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, die angesichts der regelmäßig ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt.

Bei dem Vortrag werden Referent_innen des antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag auf die geschichtliche und inhaltlichen Einordnung der Bedeutung des Tages sowie auf die diesjährige Planungen gegen den Al Quds-Marsch eingehen.

http://noalquds.blogsport.​de/

und hier nochmal als Facebook-Event

Solisponti in Rostock nach Naziangriffen in Berlin

via indymedia

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Nachdem von Neonazis in Berlin in der Nacht zum Montag mehrere Brandanschläge auf verschiedene linke Einrichtungen verübt worden sind, versammelten sich in der Hansestadt etwa 120 Menschen zu einer spontanen Solidaritätsdemonstration. Sie protestierten damit auch gegen einen Naziangriff in Greifswald, der sich in der Nacht zum Samstag ereignete. So wie es scheint, könnten NPD-Mitglieder in den Übergriff verwickelt sein.
Offenbar mitgebrachte Neonazikleidung wird am Rand der Demonstration in Brand gesteckt, Böller explodieren, benaglische Fackeln abgebrannt. Es ist ein recht martialisches Bild für die Anwohner des alternativ geprägten Stadteils Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV). Zunächst hatten sich am Margaretenplatz gegen 21:00 Uhr rund 85 Personen, vor allem aus dem autonomen und linksalternativen Spektrum versammelt. Während des Zuges schlossen sich weitere Menschen, die in den Straßen, Cafes und Kneipen des Stadteils anwesend waren, der Demonstration an. Hunderte verteilte Flyer informierten zusätzlich die Anwohnerinnen und Anwohner des Stadteils über die Vorfälle der vergangenen Tage. Nach einer Runde durch den Stadtteil löste sich die Demo, an der schließlich rund 120 Menschen teilgenommen hatten, am Saarplatz auf. Auch an der Budapester Straße Nr. 28 zog die Demonstration vorbei. Dort wohnt Hannes Welchar, ein wegen Körperverletzung verurteilter Landtagskandidat der NPD.
Während in Berlin nicht klar ist, aus welchem Spektrum der Naziszene die Attacken kamen, verdichten sich in Greifswald die Hinweise weiter, die dafür sprechen, dass die NPD zumindest Mitwisser der Tat ist. So wird auf dem, von NPD-Kadern betriebenen, Portal „MuPInfo“ mutmaßliches Täterwissen enthüllt. Mindestens eine Person soll bereits identifiziert worden sein. Dabei könnte es sich, um einen führenden Neonazikader handeln, der an der dortigen Universität studiert.
Bereits am Samstag demonstrierten in Greifswald rund 200 Menschen wegen eines Übergriffs, bei dem ein Jugendlicher schwer verletzt wurde, als er von drei Neonazis angegriffen wurde. (C) Tim Krugfelch 2011

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Protest nach brutalen Naziangriff

via indymedia

Fight Back!

Wieder und wieder sausen die Schlagstöcke durch die Luft. Mit Teleskopschlagstöcken aus Stahl prügeln sie auf seinen Kopf, in sein Gesicht. Schwer gezeichnet von dem Überfall wird er ins Krankenhaus gebracht. Aufatmen – wenigstens ist er ansprechbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben werden, wird sich erst in den nächsten Tage herausstellen.
Drei Neonazis, die zuvor Aufkleber verklebten und ein Hakenkreuz an eine Häuserwand schmierten, warteten nur auf ihn. Als er um eine Ecke biegt, stehen sie plötzlich vermummt vor ihn und beginnen mit dem Angriff.
Am Tag darauf versammeln sich rund 200 Menschen, um gegen den neuerlichen Angriff von Nazis zu protestieren.
Dass trotz der kurzen Mobilisierungszeit so viele Leute am heutigen Samstag gegen diesen Angriff sich auf dem Marktplatz zusammengefunden haben, könnte man als Erfolg werten, wären es nicht die bitteren Umstände, die dazu führten. Es ist eine bunte Mischung aus Zivilgesellschaft, autonomer Antifa und Punks, die ihren Unmut zum Ausdruck bringen wollen. Via Megaphon werden die Demonstranten auf den neuesten Stand gebracht, die Gäste in den angrenzenden Lokalen über den Anlass der Demonstration informiert.
Flyer werden verteilt und nach einer kurzen aber knackigen Kundgebung findet sich nach einiger Zeit auch eine Spontandemonstration zusammen. Rund 100 Menschen ziehen durch die Greifswalder Innenstadt zur Wohnung von Marcus Gutsche. Der nach Greifswald gezogene Berliner war Mitglied in neonazistischen Gruppe „KS-Tor“. Diese hatte als eine der ersten Kameradschaften den Stil linker Gruppierungen kopiert und damit wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der so genannten ‚autonomen Nationalisten‘.
In jüngster Zeit ist es zu einer massiven Eskalation rechter Umtriebe in Greifswald gekommen. Bereits im Vorfeld ihrer 1.Mai-Demonstration, die mit einer krachenden Niederlage endete, war überschattet von einer Gewaltwelle. Neonazis versuchten zwei alternative Projekte anzuzünden. Kurz darauf wurden Gewerkschaftler beim Plakatieren von „Antinaziplakaten“ verprügelt, in Wohnungen die Scheiben eingeworfen. Es scheint fast so, als würden die Neonazis nun mit Gewalt kompensieren wollen, was ihnen bisher nicht gelang: Ein erfolgreicher Start in den Wahlkampf. Anders als noch 2006 scheint es nicht ausgemacht, dass die Nazis ins Schweriner Schloss einziehen.
Die Angriffe zeigen, dass es schon längst an der Zeit ist aufzuwachen und aufzustehen. Denn der Nichteinzug in das Parlament würde die Strukturen der Neonazis empfindlich schwächen und damit auch die Möglichkeiten verringern Terror auf der Straße zu verbreiten.

Kampagne gegen den Landtagswahlkampf der NPD: Wake up! – Stand up!

Hintergrundinfos zum Überfall: Fleischervorstadt-Blog

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