Keine Geschäfte mit Neonazis! Tu Wat gegen Thor Steinar und rechten Lifestyle

Unauffällig sieht er aus, der kleine Laden am Südbahnhof mit dem Namen „Fashion Store“. Doch neben bekannten Sport- und Freizeitklamotten vertreibt Mandy Constanze Schöndorf hier auch Kleidung von THOR STEINAR, die derzeit beliebteste Modemarke von Rechten und Neonazis. Nachdem Mandy C. Schöndorf ihren ersten Thor Steinar Laden in der Innenstadt vor einem Jahr schließen musste, versucht sie es nun erneut – diesmal in unmittelbarer Nähe zu Greifswalds Plattenbaugebieten.

Thor Steinar – für und von Neonazis
Es vergeht kaum ein Neonaziaufmarsch in den letzten Jahren auf dem sie nicht massiv zu finden sind: Klamotten des Modelabels Thor Steinar. Seitdem die Marke 2002 in Brandenburg registriert wurde, erfreut sie sich vor allem in der Neonaziszene großer Beliebtheit, trifft sie doch genau den aktuellen rechtsextremen Modetrend – weg von Bomberjacke und Springerstiefeln hin zu modischeren und diskreteren Kleidungsstilen. Dabei müssen Neonazis jedoch nicht auf völkische Symbolik und rechte Inhalte verzichten. Nahezu das gesamte Design der Marke ist gespickt mit eindeutig zweideutigen Anspielungen auf nordisch-völkische Mythologie, Kolonialismus und nationalsozialistische Ideologie. Diese sind jedoch so codiert, dass sie nicht jeder/jedem sofort ins Auge springen. In Symboliken, Farbkombinationen und Schriften geht es vor allem um die Verherrlichung (deutscher) Kolonialgeschichte, Gewalt, dem 2. Weltkrieg und nationalsozialistischer Herrschaft. So finden sich beispielsweise in der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2007 Kleidungsstücke mit der Aufschrift „Nordmark“. Neben einer schwedischen Ortsbezeichnung war Nordmark der Name eines nationalsozialistischen „Arbeitserziehungslagers“ bei Kiel, in dem 4.000-5.000 Menschen inhaftiert waren und schwerste Zwangsarbeit verrichten mussten. Dies ist nur ein Beispiel für die nationalsozialistischen Bezüge, derer sich Thor Steinar bedient und die schon mehrere Gerichte beschäftigten. Zeitweise waren Logo und Motive der Marke gerichtlich verboten, weil sie NS-Symbolen zum Verwechseln ähnlich sahen.
Geschäftsführer der Mediatex GmbH, die die rechte Modemarke vertreibt, waren bis 2007 Uwe Meusel und Axel Kopelke. Letzterem wie auch vielen Angestellten der Firma können Kontakte in die neonazistische Szene nachgewiesen werden, die von NPD- Kontakten bis in die europäische Rechtsrockszene reichen. Dass Teile des erzielten Gewinns in rechtsextreme Projekte fließen, ist deshalb nicht unwahrscheinlich.

Rassismus von der Stange…
Wenn Thor Steinar versucht durch modische Aufmachung und aktuelle Trendbezüge einen unpolitischen Eindruck zu erwecken, ist das kein Zufall, sondern Strategie. Einerseits ermöglicht es den Vertreter_innen der extremen Rechten sich abzugrenzen und ihr rechtes Weltbild zur Schau zu tragen ohne selbst ausgegrenzt zu werden. Andererseits ist es der Versuch, Thor Steinar und die damit verbundenen rechten Symboliken und Inhalte im Mainstream zu etablieren und unpolitische Käufer_innenschichten anzusprechen. Dies entspricht dem Versuch der Neonazis über Musik und Kleidung an verschiedenste Jugendkulturen anzudocken. Dabei kann Thor Steinar gerade für Personen am Rande der rechten Szene eine politisierende Wirkung haben. Denn über codierte Parolen und Symboliken wird ein Zugehörigkeitsgefühl zur neonazistischen Szene ermöglicht und eine leichte Einstiegsmöglichkeit geschaffen.

Mit jedem Laden, in dem Thor Steinar verkauft wird, steigert sich der Bekanntheitsgrad der Marke. Das Tragen von Thor Steinar ist keine Modefrage, sondern transportiert eindeutig politisch rechte Botschaften. Jede_r , die_der die Marke vertreibt und/oder anzieht, unterstützt ideologisch und finanziell Neonazis und ihre rassistische und menschenfeindliche Ideologie. Bisher wurden gegen jeden Thor Steinar Laden antifaschistische Proteste organisiert: Und das mit Erfolg. Vielen Läden wurde gekündigt, sie wurden geräumt oder ihnen steht die Räumung bevor. Auch in Greifswald ist es im vergangenen Jahr gelungen nach antifaschistischen Protesten und einer intensiven öffentlichen Debatte den Thor Steinar Laden in der Dompassage dichtzumachen. Knüpfen wir an diese Erfolge an: Wir werden es nicht zulassen, dass Frau Schöndorf weiterhin Alltagsbedarf für den Kleiderschrank des modernen Neonazis verkaufen kann!

Kommt deshalb alle zur Antifa Demo gegen Thor Steinar und rechten Lifestyle am 7. Februar! Startet eigene Aktionen!

Thor Steinar und rechten Lifestyle entgegentreten – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

DEMO // Samstag, 7. Februar 2009 // Treff: 14 Uhr // Greifswald Südbahnhof
anschließend lecker Essen und Afterdemoparty im Ikuwo (Goethestraße 1)

Pressemitteilung „Gewerbeinhaberin verkauft Thor Steinar“ (08.01.2009)
Bericht zur Infoveranstaltung (20.1.2009)